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User Signals

Die Zeichen erkennen
Anhand von User Signals überprüft Google seine Suchergebnisanzeigen unmittelbar

Durch User Signals entscheiden wir alle täglich darüber mit, welche Seiten auf welchem Platz ranken. Als User signalisieren wir Google, ob wir mit einem Suchergebnis etwas anfangen können oder eben nicht. Google berücktsichtigt diese Signale. Sie sind daher eine zentrale Größe jeder Suchmaschinenoptimierung.

Da es zunehmend wichtiger wird, eine Seite nicht nur für Suchmaschinen, sondern in erster Linie für die Nutzer zu optimieren, solltest Du User Signals nicht unbeachtet lassen.

Weshalb sind User Signals für Google wichtig?

Die einfachste und schnellste Antwort darauf lautet: User Signals helfen Google, die eigenen Suchergebnisse kontinuierlich zu verbessern. User sollen möglichst mit nur einem Klick bereits am Ziel sein. Als wichtigste User Signals gelten:

  • Click Through Rate, abgekürzt CTR
  • Bounce-Rate (auch Absprungrate genannt)
  • Verweildauer auf einer Seite

Offiziell als Rankingfaktoren von Google bestätigt sind User Signals übrigens nur für die mobile Suche. Schließlich ist die Nutzerfreundlichkeit von Mobile-Seiten seit Googles Mobile Friendly Update von 2015 von zentraler Bedeutung. Da sich Google jedoch stets über seine Rankingfaktoren bedeckt hält, sollte man offizielle Google-Verlautbarungen, nach denen User Signals keine Rolle spielen, nicht allzu viel Glauben schenken. Zumindest indirekt spielen die Signale der User jedoch mit Sicherheit eine große Rolle fürs Ranking. Indirekt meint hier, dass User Signals von Google stets interpretiert werden müssen. Dass Google das tut, liegt auf der Hand. Schließlich verfolgt die Suchmaschine unser Klick- und Surfverhalten sehr genau.

Der renommierte Online-Marketing Experte Rand Fishkin hat dazu einmal ein interessantes Experiment gestartet. Via Twitter bat er seine zahlreichen Follower bei Google nach „best grilled steak“ zu suchen. Du solltest zuerst die Position 1 anklicken, dann jedoch sofort wieder zurück zur SERP springen und danach die Position 4 anklicken und auf dieser Seite dann eine Weile bleiben. Was geschah? Die Position 4 sprang kurz darauf an die Spitze der SERP. Alles nur Zufall? Kaum denkbar.

User Signal Click Trough Rate

Die CTR gibt an, wie häufig eine Seite von Usern angeklickt wird, wenn Du in einer SERP erscheinst. Je höher diese Zahl ist, desto stärker ist dieses User Signal also. Da User in der Regel die ersten drei Suchergebnisse sehr häufig klicken, ist die CTR auf den ersten drei Plätzen entsprechend hoch. Auf den Plätzen dahinter fällt sie stark ab. Die CTR ist daher eine relative Größe, die abhängig von der SERP-Platzierung ist. Google und Bing haben diese Relation in ihren Algorithmen eingepreist. Wer auf Platz eins steht, sollte also zumindest eine CTR von 30% haben, um seine Position weiter halten zu können. Auf den unteren Plätzen genügt eine CTR im einstelligen Bereich, um Google zu überzeugen.

Naturgemäß entscheidet über die CTR das Snippet, sprich das, was Google auf der SERP zur jeweiligen Seite anzeigt. Im einfachsten Fall besteht das Snippet aus einem Titel (der über den „Meta-Title“ bestimmt werden kann), der URL mit dem Link zur Website sowie einer kurzen Beschreibung der Seite, die Google entweder selbst aus einer passenden Textstelle der Seite heraussucht oder einfach, falls vorhanden, die Meta-Description übernimmt.Tipps für die Snippet Auszeichnung - Infografik zur Optimierung der User Signals

Für die CTR entscheidend ist die Qualität der angezeigten Snippets. Studien und Beobachtungen zeigen, dass erfolgreiche Snippets …

  • durchdacht, stimmig und attraktiv für User gestaltet sind
  • eine deutlich erkennbare Relevanz zum Suchbegriff aufweisen
  • optisch und inhaltlich nach Möglichkeit durch Rich Snippets aufgewertet wurden (diese enthalten etwa Angaben wie Adresse, Bewertungen und ähnliches)
  • eine Marke repräsentieren, der User vertrauen
  • User direkt ansprechen (etwa durch eine Handlungsaufforderung, den Hinweis auf ein hilfreiches Tool für seine Suche, Preisnachlässe etc.)

Bounce Rate und Aufenthaltsdauer

Die Bounce Rate misst die Zahl der User, die sich lediglich eine Seite auf einer Domain ansehen und diese dann rasch (innerhalb weniger Sekunden) wieder verlassen. Werden dagegen weitere Unterseiten angeklickt, kann Google davon ausgehen, dass User die Seite interessant finden. Da manche Domains mit nur wenigen, dafür umso spannenderen Seiten auskommen, registriert Google auch die Verweildauer. Ist sie hoch, ist auch dies ein Zeichen dafür, dass die Seite Interesse weckt.

Die häufigsten Gründe für eine hohe Absprungrate sind lange Ladezeiten, eine wenig überzeugende Usibility der Seite, mangelnder oder nicht relevanter Content. Die Verweildauer steigt dagegen meist sobald

  • die Seite schnell lädt,
  • die Seite übersichtlich gestaltet ist und von Usern intuitiv verstanden wird
  • Inhalte von Relevanz (Texte, Bilder, Videos) vorhanden sind
  • Interne Links zum Verweilen auf der Seite einladen
  • die Seite mit einer eigenen Suchfunktion User zum „Stöbern“ einlädt
  • selbst 404-Seiten unterhaltsam gestaltet sind und User dazu animiert werden, nach ähnlichen Ergebnissen auf der Seite zu suchen.

Zudem suchen User meist nach raschen Informationen. Wer also lange Texte anbietet (was immer empfehlenswert ist, da Google so eher davon ausgeht, dass die Seite qualitativ hochwertig ist und Seitenbetreiber so zudem mehr Keywords und Keyword-Phrasen bedienen), sollte den Text durch Zwischenüberschriften und andere Elemente wie Zusammenfassungen, einem Fazit, Infografiken etc. übersichtlich und leicht erfassbar gestalten.

TIPP: Setz gelegentlich ausgehende Links auf hochwertige Seiten (etwa Wikipedia), auf denen sich User lange aufhalten. Google schreibt Ihnen einen Teil der Verweildauer der von ihnen verlinkten User auf diesen Seiten auf Ihr Konto gut. Links zu solchen Seiten sind daher immer empfehlenswert. Du solltest allerdings immer so gestaltet sein, dass sowohl der Anchor-Text (das verlinkte Wort bzw. die verlinkte Phrase) als auch der Link-Title kurz und fürs Thema relevant gewählt wurden.

Weitere User Signals

A. Frequenz wiederkehrender Besucher
Google begleitet User auf der Reise durchs Netz. Der Suchkonzern registriert dabei u.a., wie häufig User auf eine Seite wiederkehren. Ist dies häufig bei Deiner Seite der Fall, steigt Deine Chance auf ein besseres Ranking.

B. Type-in- und Bookmark-Traffic
Ebenfalls Sonderpunkte gibt es, wenn User die volle Adresse in die Adress-Bar des Browsers eingeben. Kurze, einprägsame URLs sind hier natürlich im Vorteil. Ebenfalls Punkte gibt es für Seiten, die es in die Lesezeichen der Browser schaffen.

C. Log-In-Bereitschaft
Weitere Rankingpunkte sammelt, wer User dazu bringt, sich auf der Seite einzuloggen. Hier gilt es natürlich abzuwägen, ab welchem Punkt User überhaupt dazu bereit sind. Logins sind aus SEO-Sicht nur dann hilfreich, wenn sie von Usern angenommen werden.

Daten zur Messung der User Signals

Google besitzt dafür gleich mehrere Instrumente. Die wichtigsten dürften Cookies sein, die jeder User akzeptiert, sobald er die Suchmaschine nutzt. (Die Cookies lassen sich auch ausschalten, darunter leidet dann aber die Funktionalität). Cookies identifizieren den User, kennen dessen bisheriges Suchverhalten und beobachten, was der User im Laufe einer Sitzung so treibt.

Ähnlich informativ für Google sind die Google Webmastertools. Sie sind eigentlich dazu da, Webseitenbetreibern Daten über das User-Verhalten auf ihren Seiten zu bieten. Auch hier liest Google mit.

Ein weiteres Instrument ist Google Chrome. Der Konzern aus Mountain View bestreitet zwar stets, die dort erhobenen Daten für die Suchmaschine zu verwenden. Mangels Transparenz muss man das jedoch nicht zwingend glauben. Chrome besitzt weltweit einen Marktanteil von nahezu 50 Prozent. Es dürfte daher mehr als nur eine Versuchung für Google sein, das User Verhalten über den Browser zu studieren.

Zu guter Letzt wäre da noch das Mobile-Betriebssystem Android, über das Google zahlreiche Daten zum mobilen Nutzerverhalten gewinnt. Welche genau das sind, behält Google einmal mehr für sich.

Zusammenfassung – das Wichtigste zu User Signals:

Google verfügt über zahlreiche Möglichkeiten, das Nutzerverhalten bei Suchanfragen zu verfolgen. Google bestreitet zwar, User Signals als Rankingfaktoren für die SERPs einzubeziehen, doch ist das nicht sehr glaubhaft. Tests und sogar einige Patente deuten darauf hin, dass Google sehr wohl User Signals auswertet. Wer die wichtigsten User Signals optimiert, verbessert daher in aller Regel auch seine Sichtbarkeit in den SERPs.

Um User Signals zu optimieren, bedarf es einer Reihe von Onpage SEO Maßnahmen wie der Verbesserung von Ladezeiten, einem ansprechenden Content sowie einer Pflege der Meta-Daten, die Google für die Wiedergabe auf der SERP ausliest. SEO-Experten sind sich weitgehend darüber einig, dass User Signals für Google immer wichtiger werden. Sie zu optimieren bedeutet, sich auf die semantisch-holistische Suche einzustellen, die Google sich als Ziel für seine Suchmaschine gesteckt hat. Eine semantisch-holistische Suche will die Bedeutungen von Worten so verstehen, wie Menschen sie verstehen. Der Suchende soll bei Google also nicht erst lernen müssen, wie er die für ihn besten Suchergebnisse erhält. Googles Ziel ist es umgekehrt, die Anfragen unmittelbar so zu verstehen, wie sie gemeint sind.

Ins Zentrum rückt damit die Intention der Suchanfrage. Da diese sich von User zu User unterscheidet, müssen Webseitenbetreiber künftig auf ihren Seiten unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden. Sie müssen daher zum Beispiel sowohl User bedienen, die es eilig haben und rasch Informationen wünschen als auch solche, die vertiefende Informationen wünschen.

Fazit:

Für User Signals gilt, was für SEO derzeit allgemein gilt: wer gut ranken will, muss seine Seite für User interessant halten und mit frischen Angeboten die Neugierde auf wiederkehrende Besuche stets neu wecken.

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