seo-nerd® GmbH - digital success
Akazienstraße 3a, 10823, Berlin, Berlin, Deutschland

Suchmaschinenoptimierung 2016

SEO Trends für 2016

2015 hat Google viele Weichen für die Zukunft gestellt. Der seo-nerd blickt zurück und kommt dabei gleich zum Ausblick auf die Suchmaschinenoptimierung 2016. Denn schon jetzt ist klar, dass die großen Themen des Jahres 2015 uns auch im kommenden Jahr noch beschäftigen werden.

Der seo-nerd wagt einen Ausblick auf das, was das SEO-Jahr 2016 bringen wird.

Suchmaschinenoptimierung 2016: der Mobile-Trend setzt sich fort.

Bereits im Januar 2015 verschickte Google Benachrichtigungen an Webseitenbetreiber, um sie auf die schlechte Mobile Usibility ihrer Seiten hinzuweisen. Diese Posting-Aktion war der Auftakt zum bis dahin größten Google-Update aller Zeiten. Entgegen der Gewohnheit, sich nie über Änderungen am Algorithmus auszulassen, kündigte Google im März erstmals überhaupt in seiner Geschichte ein Update an. Seit dem 21. April 2015 ist „Mobile Friendliness“ ein offizieller Rankingfaktor.

Google reagiert damit auf den anhaltenden Siegeszug der Smartphones. Immer mehr User möchten auf Seiten von jedem beliebigen Gerät aus zugreifen können. Im Mai 2015 wurden erstmals mehr Abfragen auf Mobilgeräten an Google gerichtet als über Desktop. Das kurz nach dem Mobile-Update von manchen SEO-Experten angekündigte „Mobilegeddon“ blieb anfangs jedoch aus. Wer allerdings seine Seite nicht mobil-freundlich umgestaltete, bekam das spätestens ab Mitte des Jahres zu spüren. Über die Hälfte der nicht-mobil-freundlichen Seiten verloren an Sichtbarkeit. Zwar gibt es mehrere Methoden, wie eine Seite mobil-freundlich zu gestalten ist, die beste und auch von Google empfohlene ist Responsive Design. Dass die Internetnutzung immer mobiler wird, hat für die Suchmaschinenoptimierung weitreichende, wenn auch bislang nur in Umrissen erkennbare Folgen.

  • Ein weitgehend vernachlässigter Bereich etwa ist die Suchaschinenoptimierung von Apps. Auf Smartphones geht fast nichts ohne die kleinen Hilfsprogramme. Häufig benutzen Smartphone-User eher eine App als über die Google-Anfrage nach etwas im Internet zu suchen. Für Firmen sind gut gemachte Apps daher auch eine Chance, sich von Google etwas unabhängiger zu machen. Gleichzeitig steigt natürlich auch die Konkurrenz in den App-Stores (namentlich Googles Play Store und Apples App Store). Wie sich Webseitenbetreiber hier künftig von anderen besser abheben können, ist sicherlich eines der Zukunftsthemen der Suchmaschinenoptimierung.
  • Ebenfalls mit dem Mobile-Thema eng verknüpft ist die Zunahme von Spracherkennungssoftware. Sie verändert die Art und Weise, wie User nach Produkten oder Informationen suchen. Das klassische Keyword wird immer häufiger um ganze Phrasen ergänzt. Schon jetzt verzeichnet Google eine Zunahme von sogenannten W-Fragen (wer, was, wann, wo etc.). Es lohnt sich in Zukunft daher sicher noch mehr, durch mehr Text /mehr Content auf solche Such-Phrasen eine passende Antwort auf der eigenen Seite anzubieten.
  • Inwieweit Backlinks fürs Ranking noch eine Rolle spielen, sorgt in SEO-Kreisen immer wieder für Diskussionen. Studien von Moz und Searchmetrics zeigten klar, dass Backlinks auch in 2015 noch wichtige Rankingfaktoren sind. Gute Backlinks, die von starken Seiten stammen und Google keinerlei Grund zur Beanstandung geben, sind daher nach wie vor nützlich. Klar ist aber auch: der Mobile-Trend drängt die Bedeutung von Backlinks immer weiter zurück (weitere Gründe dafür folgen unten). Denn generell sind Links auf Smartphones eher lästig als nützlich. Entsprechend sparsam und gezielt sollte mit ihnen umgegangen werden.

Der seo-nerd und sein Team sind startklar für die Suchmaschinenoptimierung 2016

Google versteht User und Seiten immer besser

Seit August 2015 ist Google Teil des neuen Technologie- und Zukunftskonzerns „Alphabet“. Hinter der Umbenennung steckt weit mehr als eine nur symbolische Maßnahme. Die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin öffnen mit „Alphabet“ das Tor zu einem Konzern, der sich nicht nur ums Internet kümmert, sondern buchstäblich um alle Bereiche des Lebens – von A-Z. Leuchtturmprojekte wie das selbstverfahrende Google-Auto sind nur der Anfang. Geforscht wird in den Alphabet-Labors längst auch an Utopien wie dem ewigen Leben.

Die Suchmaschine Google wird auf absehbare Zeit die zentrale Rolle im Konzern wohl behalten. Schließlich ist Google derzeit noch immer die Cash-Cow der Herren Page und Brin. Entsprechend gepflegt und weiterentwickelt wird die Suchmaschine. Nur wenn sie erstklassig funktioniert, werden sich die hochfliegenden Pläne von „Alphabet“ überhaupt realisiert lassen. Entsprechend wurde am Algorithmus der Suchmaschine auch 2015 kräftig geschraubt. Schon kurz nach dem angekündigten Mobile Update kam es weltweit im Mai zu heftigen Ausschlägen in den SERPs. Da die zu beobachtenden Korrelationen kein eindeutiges Bild ergaben, machte in der SEO-Szene rasch der Begriff Google Phantom Update II die Runde.

Der Name spielte auf das Gespenstische an diesem Update an. Erst nach und nach ergab sich ein halbwegs schlüssiges Bild. Es handelte sich offenbar um ein Qualitäts-Update, das den Kern des Such-Algorithmus betraf. Seiten mit dünnem, oder noch besser gesagt, nicht passendem Content rutschten in den Rankings ab. Erst im Spätherbst wurde klar, was wirklich hinter dem ominösen Update steckte: der RankBrain. Kurz gesagt, handelt es sich dabei um ein selbstlernendes System, dass die Absichten von Suchanfragen mit möglichen Suchergebnissen abgleicht. RankBrain arbeitet so gut, dass Google ihn bereits als drittwichtigsten Rankingfaktor bezeichnet (vermutlich hinter Content, Backlinks oder User Signals).

Google hat mit dem RankBrain einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer Suchmaschine geschafft, die sich auf die semantische Suche versteht. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass Google möglichst genau erfassen will, welche Absicht User mit einer Suchanfrage verbinden. Der Unterschied zu früheren Ansätzen ist immens. Erfolgreich wurde Google anfangs mit der Idee, dass Seiten, die von anderen Seiten zu einem Thema durch Links weiterempfohlen werden, für Suchende interessant sein müssten. Diese Backlink-Strategie funktioniert bis heute. Aber sie ist recht grob und ungenau. Mit den Updates aus dem Berliner SEO Zoo, dem Panda, Penguin und vor allem der Umstellung auf den Kolibri-Algorithmus hat Google die Suchmaschine sozusagen für die wirklichen Bedürfnisse der User immer stärker sensibilisiert.

Für die Suchmaschinenoptimierung bedeutet diese Umstellung zu einer semantischen Suchmaschine nichts weniger als das Ende der einfachen Rezepte, mit deren Hilfe sich beliebige Seiten im Ranking nach oben bringen lassen. Suchmaschinenoptimierung 2015 und in den kommenden Jahren bedeutet, den Bedürfnissen der User immer besser gerecht zu werden.

User Experience wird noch wichtiger

Seit Ende November / Anfang Dezember gibt es erneut viel Bewegung in den SERPs. Searchmetrics spricht bereits von einem Phantom III Update. Befeuert wird die Diskussion durch die kurz zuvor veröffentlichten Google Guidelines 2015 für Quality Rater. Quality Rater sind ausgesuchte Personen, die für Google Suchergebnisse auf deren Qualität überprüfen. Die Guidelines dieser Überprüfung wurden 2015 erstmals von Google in voller Länge veröffentlicht (bislang waren sie nur verkürzt oder als geleakte Dokumente publiziert worden). Die Guidelines weisen vor allem auf die Intention von Suchanfragen hin. Ob eine Seite als gut oder schlecht bewertet wird, hängt damit stark von der Absicht der Suchanfrage ab. Interessanterweise deckt sich diese Erkenntnis der Guidelines mit den aktuellen Verschiebungen in den SERPs.

Zu den Gewinnern in der Sichtbarkeit zählen derzeit beispielsweise Lexika und Wörterbücher. Sie tragen eigentlich ein schweres Päckchen für die Suchmaschinenoptimierung mit sich: sie sind naturgemäß voller Duplicate Content (gleiche oder ähnliche Erklärungen, die sich auf verschiedenen Domains wiederfinden). Der Google Algorithmus hobelt neuerdings über diesen Faktor nicht glatt hinweg, sondern erkennt die User-Absicht. Als Nutzer empfindet man Duplicate Content bei Wörterbüchern schließlich als durchaus nützlich. Wenn mehr als eine Quelle ein und dasselbe (aus)sagen, stützt das im Fall von Übersetzungen schließlich die Richtigkeit der Angabe.

Auch der negative Rankingfaktor Thin Content führt demnach nicht länger automatisch ins Google-Abseits. Produktseiten können auch ohne Texte oben ranken. Das hängt stärker als früher von der Absicht des Suchenden ab. Wird nur das Produkt gesucht, kommt die Seite auch weitgehend ohne Text aus. Ist die Anfrage dagegen mit einer Kaufberatung verknüpft (Keyword + „worauf achten“, „gute“ etc.), sollte der Text ausführlich und genau sein.

Noch einmal verloren (wie schon bei Phantom-II) haben Seiten, die als Keywords Brands haben. Hier geht Google mittlerweile wohl vor allem davon aus, dass User direkt auf die entsprechende Seite der Marke oder deren Social Media Seiten geführt werden möchten. Affiliate-Seiten macht Google damit das Leben schwerer als es ohnehin schon für sie in den vergangenen Monaten wurde.

Ausblick: Suchmaschinenoptimierung 2016

  • Da Google die Absicht einer Suchanfrage immer besser erkennt, gibt es künftig keine allgemeinverbindlichen SEO-Strategien mehr. Was für die eine Domain funktioniert, kann der anderen überhaupt nichts bringen. Seitenbetreiber müssen künftig herausfinden, ob ihre User/Kunden nur rasche Informationen wünschen oder ob sie gründlich informiert werden wollen (oder sogar beides).
  • Der Trend, Suchmaschinenoptimierung als Teil eines umfassenden Online-Marketings zu sehen, wird ungemindert fortgeschrieben. Wer es schafft, die eigene Seite zur Marke auszubilden, wird künftig davon auch hinsichtlich seiner SEO-Sichtbarkeit profitieren.
  • Mobil bleibt ein Mega-Thema. Das Surfverhalten auf Smartphones verlangt rasche, vor allem aber treffende Antworten. Google trägt dem mit der Aufwertung der User-Intention bei Suchanfragen schon jetzt Rechnung. Seitenbetreiber sollten ihre Seiten auf allen Geräten „empfangbar“ machen. Zudem empfiehlt sich der Einsatz von Apps, die wiederum in den Apps Stores gut auffindbar sein sollten.
  • Interessant zu beobachten wird sein, ob der Platz auf den SERPs enger wird. Dafür spricht, dass Google immer häufiger Knowledge Graphs oder Direct Answers einsetzt. Das hat natürlich mit der hier schon hinlänglich diskutierten Hinwendung zum User Intend zu tun. Zu einer Person des öffentlichen Lebens etwa reichen häufig das Bild und wenige Angaben. In den USA wurden schon Seiten gesichtet, auf denen es nur noch vier natürliche Ergebnisse gab. Sollte sich das durchsetzen, wird der Wettbewerb um die besten Plätze entsprechend verschärft. Andrerseits testete Google in diesem Jahr bereits eine SERP, die nicht mehr auf Seiten begrenzt, sondern beliebig nach unten scrollbar war. Da der Trend bei Google derzeit in Richtung Diversivizierung geht, ist nicht auszuschließen, dass bald je nach Suchergebnis beide Varianten möglich sind.
  • Sowohl User Signals als auch Social Signals gewinnen weiterhin an Bedeutung. Google und Twitter haben sich seit 2015 auch offiziell wieder lieb. Und Facebook-Links erhält man schon lange bei vielen Suchanfragen als Ergebnis. Zu den Aufsteigern bei den sozialen Plattformen zählten 2015 zudem eindeutig die Bild-Netzwerke Pinterest und Instagram.
  • User Signals bieten Google zentrale Hinweise auf die Absicht von Suchanfragen. Die Suchmaschinoptimierung sollte daher auch 2016 nicht darin nachlassen, die Absprungrate so niedrig wie möglich und die Verweildauer auf ihren Seiten so hoch wie möglich zu halten.
Das könnte Dich auch interessieren