seo-nerd® – digital success
Bundesallee 39-40a, 10717, Berlin, Berlin, Deutschland

Google Tag Manager

Ein Code, sie zu knechten…
Tags verwalten mit dem Google Tag Manager

Der Google Tag Manger (GTM) soll das Einbinden und Konfigurieren von Google Analytics und anderen Analyse Tools vereinfachen. Was das Tool kann, für wen es am besten geeignet ist und wie man es benutzt, erklärt Dir der seo-nerd hier.

Was ist der Google Tag Manager?

Mit dem Google Tag Manger können, wie der Name bereits vermuten lässt, Tags und Code-Schnipsel schnell und einfach verwaltet werden, ohne dass dabei im Quellcode der Seite gearbeitet werden muss. Dank des Google Tag Managers muss nur ein einziges Mal der sogenannte Container auf Deiner Website hinterlegt werden. Alle weiteren Änderungen und Implementierungen können dann im Dashboard des Tag Managers vorgenommen werden – ohne dass Du Dich jedes Mal an Deinen Programmierer oder einen IT-Service wenden musst.

Begriffsklärung: Container, Tags, Trigger, Variablen und Data Layer

Container

Der Container, der Grundbaustein des GTM, ist ein Script-Code, den Du in den Quellcode Deiner Seite einbaust. Er ersetzt die vorhandenen Tracking-Codes von Google Analytics, Google AdWords und Tools von Drittanbietern und lädt die Einstellungen des Containers in die Seite. Der Container beinhaltet folgende Elemente:

    Tag
    Ein Tag ist ein Codeelement, das auf Deiner Seite den Traffic und das Besucherverhalten misst. Es wird über den Container auf Deiner Seite ausgeführt und kann im Google Tag Manager über ein Formular einfach konfiguriert werden. Kurz gesagt bestimmt der Tag, was erfasst werden soll, beispielsweise die Seitenaufrufe.
    Trigger
    Ein Trigger ist eine Regel im Tag Manager, die festlegt, wann ein bestimmter Tag ausgelöst werden soll. Der Trigger bestimmt, wann etwas erfasst werden soll. Um beim obigen Beispiel zu bleiben, bestimmt der Trigger also, wann der Seitenaufruf erfasst werden soll, zum Beispiel 5 Sekunden, nachdem die Seite geöffnet wurde.
    Variablen
    Variablen stellen die Daten bereit, mit denen die Tags und Trigger arbeiten, und dienen gewissermaßen als Informationsspeicher. In diesem Beispiel speichert die Variable page url also die URL der Seite, die aufgerufen wurde.

Data Layer

Bei dem Data Layer handelt es sich um einen Informationsspeicher, der per Java Script Daten an den GTM übermittelt, um sie anschließend in den Tags und Triggern nutzen zu können. Er wird in den Quellcode der Website vor dem Google Tag Manager eingebaut.

Einrichten des Google Tag Manager

  1. Für die Einrichtung des GTM brauchst Du zunächst einen Google Account.
  2. Anschließend kannst Du Dich unter www.google.de/tagmanager/ anmelden. Danach gelangst Du direkt auf einer Eingabemaske, mit der Du ein neues Konto hinzufügen kannst. Hier vergibst Du einen Namen für das Konto. Dafür bietet sich der Name Deines Unternehmens an.
  3. Nun vergibst du einen Namen für den ersten Container. Dies kann die URL der Webseite sein. Der Name des Kontos und des Containers dienen nur zu Deiner eigenen Information und haben keine Auswirkung auf die Konfiguration.
  4. Danach wählst du einen Verwendungsort für den Container aus: Web, iOS, Android oder AMP
    Google Tag Manager Konto einrichten

    Konto-Einrichtung im Google Tag Manager

  5. Nachdem Du die Nutzungsbedienungen bestätigt hast, wirst Du direkt zum gerade erstellten Container weitergeleitet und erhältst den Container Code, den Du nun auf allen Seiten einbauen musst, in die Du das Tracking einbauen möchtest.
Google Tag Manager Code

Container Code zum Einbauen auf der Website

Du gelangst nun zur Übersicht Deines GTM-Containers und kannst diesen nun weiter konfigurieren. Über das Feld „Neuer Tag“ kannst Du Tags erstellen:

  1. Wähle den Tag-Typ aus; z.B. Google Analytics, und gib dem Tag einen eindeutigen Namen, z. B. „GA Seitenaufrufe“, da dieser Tag für Google Analytics (GA) bestimmt ist, und Seitenaufrufe tracken soll. Auch wenn die Anzahl der Tags am Anfang überschaubar ist, wird sich diese mit der zunehmenden Arbeit mit dem GTM erhöhen. Es ist also ratsam, die Tags möglichst einheitlich zu benennen.
  2. Bei Web-Property-ID trägst Du die Tracking-ID ein, die Du in Deinem Analytics Konto findest.
  3. Unter „Tracking-Typ“ gibst du an, was erfasst werden soll; in diesem Fall: Seitenaufruf.
  4. Anschließend kannst Du den Trigger festlegen, der den Tag auslösen soll, z.B. „All Pages“. Hier kannst Du bei Bedarf auch Ausnahmen festlegen.
  5. Mit einem Klick auf „Speichern“ ist Dein Tag nun fertig und muss nur noch veröffentlich werden.
Google Tag Manager - Tag einrichten

Tag einrichten im Google Tag Manager

Multi-User und umfangreiches Testen

Arbeite zusammen mit anderen im Google Tag Manager

Ebenso wie bei Analytics oder AdWords können hier mehrere Nutzer Zugriff auf den GTM Account haben. Dabei kannst Du als Administrator unterschiedliche Zugriffsrechte anlegen. Im Dashboard findest Du die Optionen dafür im Reiter „Verwaltung“ unter dem Menüpunkt „Nutzerverwaltung“. Über den Button „Neu“ kannst Du per E-Mailadresse neue User hinzufügen und die Zugriffsrechte verwalten. Ein Administrator kann auf jeden Container des Kontos zugreifen, während einem einfachen Nutzer die Container einzeln zugewiesen werden müssen. Danach legst Du die Containerberechtigungen fest:

Kein Zugriff: Der Container kann nicht eingesehen werden.

Lesen: Der Nutzer kann den Container und die darin enthaltenen Tags, Trigger und Variablen einsehen, daran jedoch keine Veränderungen vornehmen.

Bearbeiten: Der Nutzer kann Arbeitsbereiche erstellen und Änderungen vornehmen, aber keine Versionen erstellen oder veröffentlichen.

Genehmigen: Der Nutzer kann Versionen und Arbeitsbereiche erstellen und Änderungen vornehmen, aber nicht veröffentlichen.

Veröffentlichen: Der Nutzer kann Versionen und Arbeitsbereiche erstellen, Änderungen vornehmen und veröffentlichen.

Teste alle Änderungen vor der Veröffentlichung

Alle Änderungen, die Du an Tags, Triggern oder Variablen vorgenommen hast, kannst Du ausgiebig testen, bevor Du sie veröffentlichst. Dabei legt sich ein Overlay über Deine Website und Du kannst sehen, welches Tag wo ausgelöst wird und welche Daten übermittelt werden. Diese Version steht auch anderen Benutzer zur Verfügung, die Du dafür ausgewählt hast, um Verbesserungspotenziale leichter zu erkennen.

Vorteile und Nachteile des Google Tag Manager

Ein Code für alles (?)

Der Google Tag Manager wird vor allem damit beworben, dass mit seiner Hilfe der Einsatz der IT-Abteilung minimiert werden kann. Ist der Tag Container einmal in den Quellcode eingebaut, kannst Du als Marketer Tags flexibel erstellen und verwalten. Viele Tags lassen sich erstellen, indem Du einfach die vorgefertigten Formulare im Dashboard ausfüllst.

ABER: Wer unabhängig von der IT-Abteilung mit selbstgeschriebenen Scripts arbeitet, kann schnell Komplikationen auf der Website auslösen, die durch die IT-Kollegen mitunter nur schwer identifizierbar sind. Wer mehr als die vom GTM bereitgestellten, „schlüsselfertigen“ Tags benötigt, muss selbst ein JavaScript-Code geschrieben und ein „Custom HTML“-Tag implementiert werden, wofür Du normalerweise immer einen IT-Spezialisten brauchst. Der Google Tag Manager mag einige Prozesse zwar vereinfachen, die IT-Abteilung muss dennoch immer mit einbezogen werden.

Verkürzte Ladezeiten (?)

Durch das asynchrone Laden der Tags kann durch den Google Tag Manager die Ladezeit einer Website verkürzt werden. Langsame Tags werden nachgeladen und man kann bestimmen, zu welchem Zeitpunkt ein Tag ausgelöst werden soll.

ABER: Der Container-Tag muss immer in am Anfang des Body der Seite eingebaut werden. Das heißt, beim Aufbau der Seite werden sämtliche Konfigurationen geladen, die beim Erstellen des Tag ausgewählt wurden. Im GTM sollte also nie etwas aktiviert werden, das gar nicht gebraucht wird. Ansonsten werden die Ladezeiten unnötig verlängert. Eine noch kürzere Ladezeit und somit bessere Performance lässt sich zudem ohne den GTM erreichen, indem der Tracking Code einfach im Footer der Seite implementiert wird.

ABER #2: Eine wirklich 100%ig taugliche Lösung für die reibungslose Verwendung von A/B-Testing-Tools mit dem GTM gibt es nicht. Tools wie Optimizely oder Adobe Target erfordern ein synchrones Laden ihrer Skripte. Das asynchrone Laden des Google Tag Managers macht A/B-Tests damit unmöglich.

(K)ein Einsteigertool

Der Google Tag Manager vereinfacht viele Funktionen und ist zudem schnell eingerichtet. Die intuitive Benutzeroberfläche macht es relativ einfach, Konten, Container und Tags aufzusetzen und zu verwalten.

ABER: Um die Möglichkeiten des GTM voll auszuschöpfen, brauchst Du gute JavaScript-Kenntnisse. Darüber hinaus solltest Du auch sehr gut mit Google Analytics oder dem Analyse-Tool, das du nutzt, vertraut sein. Wenn Du nicht weißt, was Du alles tracken kannst bzw. willst, kannst Du auch den Tag Manager nicht richtig einrichten.

Komplexität vs. Übersichtlichkeit

Den Tag Manager übersichtlich organisiert zu halten, kann Dir schnell Kopfschmerzen bereiten. Hast Du nur eine Website mit wenigen Tags, mag das kein Problem sein. Sobald du aber mehrere Projekte mit Sub-Domains und hunderten von Tags betreust, sind strenge Regeln für die Organisation erforderlich. Ein Tracking-Konzept ist unabdingbar.

Adblocker

Wenn ein Nutzer einen Adblocker nutzt, der den Tag Manager sperrt, werden dadurch alle von ihm gesteuerten Tracking Tools geblockt – auch wenn diese im einzelnen vielleicht nicht durch den Adblocker betroffen wären.

Google Tag Manager – ja oder nein?

Der Google Tag Manager und andere Tag Management Systeme bieten die Möglichkeit, die Organisation und Verwaltung von Tags über eine Webplattform zu realisieren. Das macht sie besonders für Marketer attraktiv. Die IT-Abteilung kann so entlastet werden. Dennoch ist der Einsatz von Tag Management Systemen nicht für jedes Unternehmen und jedes Website-Modell wirklich sinnvoll.

Der Umstieg auf ein Tag Management System ist nicht so einfach, wie es klingt. Das Hauptargument, dass für den Einsatz eines solchen Tools vorgebracht wird, ist oft die Schnelligkeit, mit der Änderungen umgesetzt werden können, ohne dass lange Bearbeitungszeiten durch die IT-Abteilung abgewartet werden müssen. Ein Tag Management System macht Dich nicht unabhängig von der IT-Abteilung. Denn um gravierende Fehler wirklich vermeiden zu können, sollten nur ein ITler die Berechtigung haben, neue Tags zu veröffentlichen und diese vorher zu prüfen.

Bevor Du also auf ein Tag Management System wie den Google Tag Manager umsteigst, solltest Du genau evaluieren, ob sich der Aufwand wirklich lohnt.

Das könnte Dich auch interessieren