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Google SERP Potenziale nutzen

Wie User die Suchergebnisse wahrnehmen
Lesedauer: 4 Minuten
Google SERP Eyetracking

Google hat die Seite seiner Suchergebnisse, SERP („Search Engine Result Page“) genannt, in den vergangenen rund zehn Jahren immer wieder verändert.

Google-Nutzer sind dieser Evolution weitgehend gefolgt. Mit dem Ergebnis, dass sie 2014 ganz anders auf eine Suchergebnisseite blicken als noch 2005. Längst gibt es mehr Wege zum Erfolg, als nur die ersten drei Plätze zu erringen. Wie nehmen User die Suchergebnisse bei Google war und welche Bedeutung hat das für SEO?

Die Google SERP und das Verschwinden des goldenen Dreiecks

Als die kanadische Media Agentur Mediative 2005 mittels einer Eye-Tracking-Studie untersuchte, wie Leser auf eine Suchergebnisseite von Google blicken, war das Ergebnis wenig überraschend.

Seite einer Google Ergebnisseite mit farbigen Markierungen, die zeigen, wo Leser vor allem hinschauen. 2005 blickten Leser auf eine Google Ergebnisseite fast nur auf den Bereich der linken oberen Ecke. Grafik von © Mediative, 2014 http://goo.gl/bQG0c4

Wahrnehmung der SERP 2005 (Grafik von © Mediative, 2014 http://goo.gl/bQG0c4)

Wie in anderen Eye-Tracking-Studien auch zeigte sich, dass Leser auch die SERP von Google in Form eines großen „F“ betrachten. Allerdings war es ein ziemliches fettes „F“, zusammengedrängt auf der oberen linken Ecke von Googles Suchergebnisseite. Das war wenig überraschend, denn die Menschen blickten genau dorthin, wo die ersten drei Suchergebnisse zu finden waren.

Rund zehn Jahre später, 2014, ergibt sich allerdings ein anderes Bild. Mediative hat seine Eye-Tracking-Studie 2014 wiederholt. Mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen. Das „F“ ist mittlerweile weniger deutlich ausgebildet, wenn auch noch immer in groben Zügen vorhanden. Das wichtigste Ergebnis ist wohl, dass sich das „F“, mit dem Leser jede Online-Seite scannen, im Jahr 2004 nahezu über die gesamte Seite erstreckt.

Das „Goldene Dreieck“ von 2005 ist verschwunden. Mit anderen Worten: Wer bei Google eine Suchanfrage eingibt, schaut in aller Regel nun auch auf die Ergebnisse unten auf Seite, sogar auf die Postionen 5-10.

Leser erfassen Ergebnisse heute schneller als früher

Das liegt zum einen natürlich daran, dass Google seine Suchergebnisseiten in den vergangenen rund zehn Jahren wesentlich flexibler gestaltet hat. 2005 befanden die Ergebnisse der organischen Suche in aller Regel immer ganz oben. Entsprechend fahndeten die Suchenden mit ihren Augen vor allem in der linken oberen Ecke nach für sie passenden Ergebnissen.

Eyetracking-Studie einer Google SERP-Seite. Die farbigen Markierungen zeigen, dass Leser 2014 auch Ergebnisse unten auf der Seite wahrnehmen. Grafik von © Mediative, 2014 http://goo.gl/bQG0c4

Wahrnehmung 2014 (Grafik von © Mediative, 2014 http://goo.gl/bQG0c4)

2014 gibt es etliche Varianten einer Google SERP, mit denen die Leser aber offenbar gut zurechtkommen. Denn sie erfassen mittlerweile sogar schneller als 2005, wo die für sie wichtigen Informationen stehen könnten.

Die meiste Aufmerksamkeit erregen dabei nach wie vor die ersten drei Positionen der organischen Suchergebnisse. Diese befinden sich nicht mehr ganz oben, sondern tauchen häufig erst nach den von Google ausgesuchten Bildern zum nachgefragten Keyword auf, was die User längst gelernt und in ihr Leseverhalten adaptiert haben.

Über Aufmerksamkeit freuen, dürfen sich in aller Regel aber auch jene, die es geschafft haben mit ihren Google-Adwords-Anzeigen die ersten drei Plätze der SERP ganz oben links zu besetzen. Ebenfalls angesehen werden zudem Anzeigen mit Bildern im rechten Anzeigenbereich der SERP.

Auffällig ist, dass die Leser jetzt vertikal mit den Augen nach unten scannen, ähnlich wie sie bei Tablet oder Smartphones nach unten scrollen. Und das tun sie mittlerweile mit einer ziemlichen Geschwindigkeit. Gerade einmal 1,17 Sekunden Zeit nahmen sich die Leser der Studie 2014 durchschnittlich, um eine Ergebnisseite durchzusehen. 2005 ging es da noch mit 2 Sekunden verhältnismäßig gemütlich zu. Das Ertaunliche dabei ist, dass die Leser von 2014 gleichzeitig mehr Ergebnisse wahrnehmen als früher. Sie blicken nicht nur schneller auf die SERP, sondern erfassen dabei auch mehr Inhalte.

SEO-Potenziale jenseits der Nr. 1

Eyetracking-Studie einer Google SERP-Seite. Betrachteten 2004 Leser auf einer Google SERP ausschließlich das linke obere Ecke, zeigt das Ergebnis 2014: die Leser durchsuchen die ganze Seite. Auch die Plätze 8-10 haben jetzt noch Chancen, wahrgenommen zu werden. Grafik von © Mediative, 2014 http://goo.gl/bQG0c4

Wahrnehmung der Positionen 4-10 (Grafik von © Mediative, 2014 http://goo.gl/bQG0c4)

Dass Suchende auf der Google SERP gelernt haben, mehr Inhalte in kürzerer Zeit zu erfassen, hat aus SEO Sicht einige wichtige Konsequenzen. Es lohnt sich ganz offenbar mehr als noch vor zehn Jahren, auf hochwertige, also informative und für den Suchenden relevante Meta-Descriptions zu achten.

Zwar zieht die Nr. 1 der organischen Sucherergebnisse noch immer rund ein Drittel aller Klicks auf sich, und die auf Nr. 2 und Nr. 3 Platzierten ziehen weitere rund 15% aller Klicks ab. Das bedeutet aber auch: für die Plätze 4-10 bleiben noch rund 50% des Traffics.

Wer hier mit guten Meta-Descriptions oder treffenden, sprechenden URLs auffällt, hat immer noch gute Chancen geklickt zu werden. Aber selbst wenn wer nicht geklickt wird, darf sich auf diesen Positionen immerhin noch damit trösten, jetzt zumindest wahrgenommen zu werden.

Traffic-Killer Knowledge Graph

Zu den vielen Neuerungen von Google zählt der sogenannte „Knowledge Graph„. Hier zeigt Google auf möglichst einen Blick, die wichtigsten Daten zum eingebenen Keyword direkt auf der SERP an.

Eyetracking Studie einer Google SERP Seite mit Knowledge Graph. width=

Wahrnehmung des Knowledge Graph (Grafik von © Mediative, 2014 http://goo.gl/bQG0c4)

Im Beispiel-Bild etwa wurde nach dem Wetter in New Orleans gesucht. Der dazu ausgebene Knowledge Graph von Google funktioniert für die Leser offenbar. Ihre Augen wandern ausführlich über die einzelnen Punkte des Knowledge Graphs. Lediglich die ersten drei organischen Suchergebnisse werden danach noch angesehen.

In diesem Fall zieht Googles Knowledge Graph Traffic von den organischen Suchergebnissen ab. Die Studie von Mediative zeigt jedoch, dass dies nur dann der Fall ist, wenn der Inhalt des Knowledge Graph auch tatsächlich relevant ist. Und das ist – zumindest bislang – nicht immer der Fall.

Wer Inhalte zu Keywords anbietet, bei denen Google seinen Knowledge Graph zum Einsatz bringt, hat es mit einem Ergebnis wie 2005 zu tun und muss versuchen auf die ersten beiden Plätze der organischen Suche zu kommen, um überhaupt wahrgenommen und evtl. auch geklickt zu werden.

Die wichtigste Ergebnisse im Überblick

  • Leser erfassen mehr Ergebnisse als noch vor zehn Jahren, benötigen dafür aber nur noch ungefähr halb so viel Zeit (1,17 Sekunden im Jahr 2014 gegenüber 2 Sekunden 2005)
  • Wer es auf der SERP auf die Plätze 2-4 schafft, wird 2014 häufiger angeklickt als noch in 2005. Plätze dahinter werden zwar  immer noch wesentlich seltener geklickt, gewinnen aber – im Vergeich zu früher – an Aufmerksamkeit und haben auch mehr Klicks als noch vor zehn Jahren.
  • Eine Nr. 1-Platzierung in der organischen Suche sollte nach wie Ziel aller SEO-Bemühungen sein. Diese Platzierung sichert fast immer ein Drittel aller Klicks auf einer SERP. Und das unabhängig davon, ob Google einen Knowledge Graph oder irgend ein anderes neues Element einsetzt.
  • Smartphones und Tablets haben die Leser an eine vertikale Lesetechnik von Seiten gewöhnt. Auch wer ganz unten auf der Seite steht hat daher noch die Möglichkeit, wahrgenommen und evtl. sogar geklickt zu werden.
  • Relevante, interessante Meta-Descriptions und sprechende URLs sind wichtiger geworden und werden von Lesern der Google SERP auch tatsächlich wahrgenommen.
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