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Flesch Index

Wer lesbar ist, ist klar im Vorteil.
Flesch Index misst Lesbarkeit von Texten

Gute Texte zeichnen sich nicht nur dadurch aus, dass sie wertvolle Informationen enthalten. Um den User wirklich zu erreichen, spielt die Lesbarkeit eine große Rolle. Der seo-nerd und sein Team der Berliner SEO-Agentur stellen immer wieder fest, dass Google den Flesch Index offenbar als Rankingfaktor benutzt.

Der Score misst die Lesbarkeit von Texten. Je höher der Wert auf der Skala ist, desto leichter zu lesen sind die Texte. Nachweislich ranken leicht bis mittelschwer lesbare Seiten besser als schwer lesbare.

Lesbarkeit wird im Flesch Index als eine Größe gefasst, die angibt, wie viel Mühe ein Text Lesern macht. Entscheidend dafür sind zwei Kriterien:

  • Die durchschnittliche Satzlänge (ASL – Average Sentence Length)
  • Die durchschnittliche Anzahl der Silben pro Wort (ASW – Average Number of Syllables per Word)

Mithilfe einer Formel (FRE deutsch = 180-ASL – (58,5 x ASW)) werden die jeweiligen Werte dafür so gewichtet, dass sie einen Score ergeben. Dieser Score lässt sich mit den Durchschnittswerten anderer Texte vergleichen. Der Flesch Index gibt also an, wie leicht ein Text im Vergleich zu anderen Texten zu lesen ist. Benannt ist der Index nach Rudolf Flesch, einem 1938 aus Österreich in die USA emigrierten Autor. Das tiefergestellte Wort „deutsch“ in der Formel bedeutet, dass diese Formel auf die deutsche Sprache angepasst ist. Bekanntlich sind deutsche Sätze länger als englische. Mittlerweile gibt es etliche Flesch Indizes für verschiedene Sprachen.

Ein einfaches Beispiel

Märchen richten sich an Leser aller Altersklassen und Bildungsschichten. Entsprechend leicht sollten sie zu lesen sein. Ein typischer Märchensatz könnte lauten:

Maria und Paul versprachen sich die Ehe.“

Ein Vertragstext dagegen muss juristisch einwandfrei sein. Faktoren wie Satzlänge und Silbenlänge spielen dabei keine Rolle:

Maria, nachbezeichnet Ehewillige genannt, und Paul, im Folgenden als Ehewilliger bezeichnet, geben mit der unter diesem Papier gesetzten Unterschrift ihren Willen zum Ausdruck, mit der Ehewilligen bzw. dem Ehewilligen zum Datum (… bitte einsetzen) eine von einem Standesamt zu beglaubigende Gütergemeinschaft, umgangssprachlich: „Ehe“, einzugehen.“

Der Märchensatz bringt es auf einen Flesch Index von 89 und gilt damit als extrem leicht lesbar, ja geradezu als banal. Das Juristendeutsch wird mit einem Flesch Index von 38 als schwierig und anspruchvoll eingestuft (würden weitere Sätze in dieser Form angefügt, würde der Wert weiter sinken).

Die Flesch Index Tabelle

Flesch Index von
81 bis 100 = extrem leicht (Grundschulniveau / Comics / Slogans)
66 bis 80 = sehr leicht /einfach (6. bis 8. Klasse, Werbetexte, Boulevard-Presse)
51 bis 65 = mittelschwer/eher einfach (Tageszeitungen, einfache Romane)
41 bis 50 = etwas schwierig/normaler Text (Mittelschule, Tageszeitung)
20 bis 40 = schwierig/anspruchsvoll (Abitur, Feuilleton: ZEIT, NZZ etc.)
0 bis 20 = sehr schwierig/kompliziert (Vertragssprache, Geschäftsbedingungen, akademische Fachartikel)

Der Flesch Score misst die Lesbarkeit von Texten - ein guter Wert bringt SEO-Punkte

Der Flesch Score misst die Lesbarkeit von Texten – ein guter Wert bringt SEO-Punkte

Den Flesch Index online messen

Es gibt im Netz einige Tools, mit denen sich der Flesch Index schnell per Copy-And-Paste messen lässt.

www.leichtlesbar.ch
Wer einfach nur nach einer raschen Angabe des Flesch Index sucht, ist bei dieser Seite genau richtig. Allerdings wird der Score hier sehr eng gefasst und erreicht auch Werte unter Null – etwa bei unserem Juristenbeispiel.

www.presseanzeiger.de/service/textanalyse/presse.php
Gedacht ist dieses Tools eigentlich für alle, die Pressetexte schreiben. Neben der Angabe des Flesch Index gibt es zahlreiche Hinweise auf etwa den Informationsgehalt oder die Sachlichkeit eines Textes. Für Produktbeschreibungen, Blog-Artikel und ähnliches sollte der Punkt „Sachlichkeit“ nicht allzu hoch gehängt werden. Er ergibt sich aus der Verwendung von Signal- und Reizworten wie „toll“, „rasch“, „leicht“ „günstig“ etc., die bei werblichen Texten, aber auch bei Texten mit einem Personalstil zwingend dazugehören.

www.wortliga.de/textanalyse/
Dieses Tool ist offen für verschiedene Textsorten und arbeitet nach dem Hamburger Verständlichkeitsmodell (mehr dazu unten). Neben dem Flesch Index, kann auch die optimale Anzahl eines Keywords geprüft werden. Auf einen Blick werden zudem angemahnt:

  • zu lange Sätze
  • Passiv-Konstruktionen
  • Füll-Wörter
  • Modalverben
  • Phrasen
  • Nominalstil
  • und mehr …

Allzu akribisch sollten aber auch die Empfehlungen dieses Tools nicht genommen werden. So werden beispielsweise alle Füllwörter angezeigt. Doch nicht immer lassen sie sich streichen. Beispiel: bei der Kategorisierung des Flesch Index „sehr leicht lesbar“ wird „sehr“ als Füllwort angemahnt. Würde man es streichen, fiele der Unterschied zu „leicht lesbar“ weg.

Der Flesch Index dient der Search Experience Optimization

Offiziell ist der Flesch Index von Google bislang nicht als Ranking-Faktor bestätigt worden. Wird der Score in SEO-Analysen einbezogen, zeigt sich jedoch regelmäßig, dass Seiten besser ranken, die einen Score zwischen 30 und 70 Punkten erreichen. Da Google seit Jahren schon daran arbeitet, seinen Algorithmus zu einem User-nahen Verständnis von Inhalten zu führen (mehr dazu unter SXO), passt die Verwendung eines Verständlichkeitsindexes gut ins Bild.
Auf den ersten Blick sieht die Messung von Lesbarkeit anhand nur zweier Kriterien zwar nach Erbsenzählerei aus, doch sind beide Faktoren Grundvoraussetzung für die Verständlichkeit von Texten. Verständlich werden Texte, so das Hamburger Verständlichkeitsmodell, vor allem durch:

  • Einfachheit – kurze Sätze (9 bis 13 Wörter), kurze Wörter (im Schnitt nicht mehr als drei Silben), Verzicht auf Fachbegriffe
  • Gliederung – Pro Satz sollte nur ein Gedanke geäußert werden. Das Wesentlich steht am Anfang des Textes und zu Beginn des Satzes. Absätze signalisieren Sinnzusammenhänge.
  • Prägnanz – eine bildhafte Sprache, viele Verben
  • Anregung – der Text wird durch Bilder oder Grafiken ergänzt

Onpage SEO, die nachhaltig sein will, wird sich an diesen Kriterien messen müssen. Im Sinne einer holistischen SEO, die sich als Optimierung der Sucherfahrung versteht, ist der Flesch Index ein Orientierungspunkt, der hilft, Seiten attraktiv für User zu gestalten.

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