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AMP. Mobile Traffic on Speed

Accelerated Mobile Pages als SEO-Rankingfaktor
AMP bietet Mobile Traffic on Speed - Symbolfoto einer Straße bei Nacht mit Lichtstreifen dahinrasender Autos

Accelerated Mobile Pages („beschleunigte mobile Seiten“), abgekürzt AMP, kommen derzeit zwar nur für Websites mit statischem Content wie Newsseiten und Blogs in Frage, während interaktiver Content nicht berücksichtigt wird.

Doch ist noch nicht abzusehen, ob das auch so bleibt. Es lohnt sich daher für alle Webseitenbetreiber, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen – zumal ein Blog fast allen Seiten Vorteile bringt.

Was AMP leisten kann und welche Vor- und Nachteile Accelerated Mobile Pages bieten, hat sich der seo-nerd mal näher angeschaut.

Was soll mit AMP erreicht werden?

Der Hype, den AMP in SEO-Kreisen auslöst, hat zwei naheliegende Gründe:

  1. AMP beschleunigt das mobile Surfen im Internet
  2. AMP ist zwar ein Open Source-Projekt, Initiator ist jedoch Google selbst

Beide Punkte versprechen Rankingvorteile für denjenigen, der AMP nutzt. Denn einerseits steigt der Anteil der Mobile-User kontinuierlich, andrerseits reagiert Google mit immer neuen Mobile Friendly Updates auf diesen Trend und bevorzugt schon jetzt Seiten, die Smartphone-Usern ein optimiertes Angebot bieten. Accelerated Mobile Pages stellen also zumindest in Aussicht, sich einen Vorteil vor anderen Konkurrenten zu verschaffen.

Das gleiche gilt auch für Google selbst. Zumindest hinsichtlich der für den Start des Projekts priorisierten Newsseiten ist es nichts anderes als eine direkte Antwort Googles auf die Instant Articles von Facebook. Google will mit den Accelerated Mobile Pages also auch verhindern, dass Konkurrenten wie Facebook mobile Internetnutzer ganz für sich gewinnen (genau das ist ja das Ziel von Facebook – User so lange wie möglich auf der Plattform halten). Zudem geht es bei AMP klar um die Wahrung monetärer Interessen. Das stellt Googles Einführungsvideo klar:

Smartphone-User, die aus Frust über zu lange Ladezeiten unterwegs auf das Abrufen von Nachrichten verzichten, schaden letztlich allen Beteiligten, so Google. Wenn User die Geduld verlieren, entgehen den Portalen potentielle Leser, sodass auch Werbetreibende nicht genug Aufmerksamkeit für ihre Anzeigen erhalten. Was Google nicht offen sagt, aber mit Blick auf die Technik klar wird: mit Accelerated Mobile Pages arbeitet Google an einem weiteren Standard, den das Unternehmen aus Mountainview kontrolliert. Den Traffic auf AMP-Seiten kann Google tracken und so wertvolle Daten sammeln.

Wie funktioniert AMP?

Auch in Gebieten mit langsamem Internetzugang will das Projekt für schnellstmögliche Ladezeiten sorgen. Dafür stellt das es ein reduziertes HTML und JavaScript zur Verfügung, das neben dem eigentlichen Quelldokument verwendet wird. Es wird also eine parallele AMP-Version der Seite erstellt. Das Framework ist über Github zugänglich. Auf WordPress.org findet sich bereits ein AMP WordPress Plugin.

Probleme mit Duplicate Content soll es durch diese zwei Versionen nicht geben. Die AMP-Version muss daher auch per Canonical-Link auf die HTML-Version verweisen. Fehlt dieser Link, wird die Accelerated Mobile Pages-Version von Google bei Suchanfragen nicht berücksichtigt. Linkbuilding ist für die AMP-Version nicht notwendig, entsprechend müssen auch Links der AMP-Version nicht in der Site-Map auftauchen.

Durch die vordefinierten Befehle und Tags der AMP-HTML werden Websites schlanker ausgeliefert. So steigt u.a. der Anteil des ausgelieferten Textes im Verhältnis zum Code, die Text-to-Code Ratio wird also ganz im Sinn technischer SEO optimiert.

CSS-Dateien sind auf eine maximale Größe von 50 kb limitiert. Medienformate und andere Site-Elemente wie Media Posts und Ads lassen sich einbinden, müssen in Größe und Höhe jedoch fest definiert werden. Eingebunden werden können derzeit Bilder (auch animierte), Videos, I-Frames und Audiodateien. Ebenfalls einbinden lassen sich schema.org Markups (als JSON oder Mikrodatenformat) für die Formate Artikel, Reviews, Videos und Rezepte.

Last but not least gibt es ein Content Delivery Network (CDN), das Google bereitstellt. Statische Inhalte wie CSS, Bilder und JavaScript werden dort zwischengespeichert und via HTTP 2.0 ausgeliefert.

Vorteile der Accelerated Mobile Pages

Das Ergebnis von AMP sind Webseiten, die auf Mobilgeräten beim User schneller erscheinen als beispielsweise mit Responsive Design. Seit April 2016 bevorzugt Google AMP-Versionen in den Google News. Wer dort mit seinen Nachrichten auftauchen will, kommt seither nicht mehr an der neuen technischen Lösung vorbei. Dafür gibt es aber auch die Chance, mit dem strukturierten News-Markup im Google-News-Karussell zu erscheinen.

Unabhängig von der direkten Bevorzugung durch Google punkten Accelerated Mobile Pages auch in Sachen SXO (Search Experience Optimization). User erhalten durch sie einen klaren Mehrwert, da sie nun auch unterwegs auf ihr gewohntes Angebot nicht verzichten müssen.
Seitenbetreiber können den Traffic der AMP-Version in Analytics messen. Wem die einfache Zählung von Seitenaufrufen genügt, implantiert das AMP-Pixel-Tag. Wer mehr tracken möchten, greift auf das AMP-Analytics Tag zu.

Nachteile von AMP

Die Accelerated Mobile Pages sind derzeit nur für statischen Publisher-Content ausgelegt, das entsprechende HTML ist in seinen Möglichkeiten daher sehr begrenzt. Viele Funktionen der HTML-Webseite fallen in der AMP-Version einfach unter den Tisch. Shops und andere Webseiten mit dynamischen Inhalten haben nichts von der neuen Technik – es sei denn, sie betreiben zusätzlich einen Blog.

Der größte Nachteil besteht jedoch darin, dass AMP-Seite von Hause aus dazu gemacht sind, von Google gecacht zu werden. Das bedeutet, dass den Usern die Seite direkt über den Server von Google angezeigt wird – nicht über Deinen. Im Klartext: Google schickt den User nicht auf Deine Seite weiter, sondern behält sie bei sich.

Für Werbetreibende nachteilig ist ferner die Tatsache, dass Google nur wenige Werbenetzwerke für Accelerated Mobile Pages anbietet (u.a. AOL, Googles AdSense und Doubleclick, Kargo, Moat, OpenX und Outbrain) und daher eine ganze Reihe von Online-Anzeigen ausgeschlossen sind. Hintergrund: Google schlägt sich in diesem Punkt ganz auf die Seite der Nutzer und fordert schnelle und asynchrone Anzeigen, um den Ladevorgang zu beschleunigen. Diese Anforderungen werden von vielen Ad-Netzwerken bislang noch nicht erfüllt.

Wie schon oben angedeutet, kann zudem die Abhängigkeit des Projekts von Google als problematisch angesehen werden. Einige Blogger haben bereits verkündet, dass sie auf den Zug nicht aufspringen werden, da sie nicht noch mehr als ohnehin schon von Google abhängig sein wollen.

Für wen besteht Handlungsbedarf?

Derzeit eigentlich nur für Blogs oder Nachrichtenportale, die in den Google-News ranken möchten. Die Verwendung von Accelerated Mobile Pages selbst ist derzeit noch kein Ranking-Faktor. Die Ladegeschwindigkeit ist es gleichwohl. Da die Technik bislang noch am Anfang steht, können gerade kleine und mittelgroße Webseiten noch warten, bis AMP ausgereift ist.  Solange der Anteil der AMP-Websites im jeweiligen Marktumfeld relativ niedrig ist, besteht zumindest aus SEO-Sicht kein unmittelbarer Handlungsbedarf.

Accelerated Mobile Pages würden vermutlich erst so richtig durchstarten, wenn auch dynamische Angebote unterstützt würden. Ob das kommt, ist derzeit noch unklar. Dass WordPress und andere CMS wie Joomla oder Drupal Plugins anbieten bzw. derzeit entwickeln, macht AMP aber zumindest im Blogbereich auch für Webshops und andere Anbieter interessant.

Wer User auch mobil auf sich aufmerksam machen und sie für sich gewinnen möchte, hat durch Accelerated Mobile Pages einen Grund mehr, sein Online Marketing zu überdenken. Der Trend hin zu mehr Informationen, mehr zusätzlichem Content mit Mehrwert für User dürfte durch AMP weiter an Fahrt gewinnen.