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Gute SEOs lassen schöner lesen

Was Texte brauchen, um gern gelesen zu werden
Lesedauer: 3 Minuten

Dieser Satz liest sich leicht. Aber warum ist das so? Die Antwort ist einfach: Er ist kurz und er steht am richtigen Platz. Links oben, gleich unter der Unterschrift. Genau dort also, wo fast jeder Leser hinsieht, wenn sein Blick auf eine Seite fällt.

Diese und weitere Erkenntnisse der Leseforschung sind auch für SEOs interessant. Denn der beste Content und eine perfekte Performance nutzen wenig, wenn Leser Mühe haben, die Seite zu lesen, weil die Schrift und der (typo-)graphische Aufbau der Seite nicht stimmen. Schließlich ist es das Ziel jeder Onpage-Optimierung, Leser möglichst lange auf der Seite zu halten.

Das Geheimnis des großen „F“

Die Eye-Tracking-Studie einer Seite des seo-nerds mit dem SEO Tool Eyequant zeigt deutlich, wohin Leser vor allem blicken: einerseits streift ihr Blick an der linken Bildseite entlang, andereseits schweift er zur Mitte und ganz oben auch nach rechts ab. Diese Bewegung ist typisch für fast alle Leser. Sie scannen eine Seite unbewusst so. als würden ihre Augen ein „F“ zeichnen.
Wie genau dieses „F“ aussieht, hängt jedoch davon ab, welches Interesse ein Leser auf einer Seite verfolgt. In ihrer Eyetracking-Studie mit rund 300 Probanden unterscheidet die Nielson Norman Group grundsätzlich drei verschiedene Typen von Lesern:

  • Beiläufige Leser
  • Zweck- und zielorientierte Leser
  • Textverliebte Leser

Der beiläufige Leser

Eilige Leser scannen einen Text, indem sie ein dünnes "F" auf der Seite nachzeichnen

F-Schema eines eiligen Lesers

Wer nur zufällig auf eine Seite kommt und nicht wirklich vorhat, sie zu lesen, blickt nur hastig über die Überschrift und versucht dann einige Punkte aufzupicken, die ihn interessieren könnten. Falls vorhanden, fällt der Blick dieses Lesertyps danach auf das Bild. Vom Text liest er meist nur den Anfang der Zeilen.

Wenn es hoch kommt, scannt er zudem noch die Seite nach Bullet-Points oder ähnlichem ab, wobei Leser instinktiv davon ausgehen, dass sich diese meist irgendwo im unteren Drittel oder ganz unten auf der Seite befinden. Im vereinfachten Schema-Bild weist die rote Farbe auf die Stellen hin, auf denen die Augen auf häufigsten ruhen. Gelb markiert sind Stellen, auf denen die Augen wesentlich kürzer ruhen.

Der zweck- und zielorientierte Leser

Eine andere Art des Lesens und damit des Blicks auf eine Seite kommt zustande, wenn jemand nur nach spezifischen Informationen sucht. Auch hier scannen die Augen in einer F-Form über den Bildschirm. Allerdings ist das „F“ hier dicker, der Blick richtet sich intensiver auf die wenige Punkte, auf die der Leser aus ist. Das „F“ kann je nach Interesse ganz oben auf der Seite liegen, in der Mitte oder ganz unten.

Der Leser schweift bei dieser Art des Lesens zwar mit den Augen ein wenig umher, bleibt im Wesentlichen jedoch fokussiert auf dem Bereich, der ihm zu bieten scheint, was er sucht. Der Rest der Seite wird zwar auch abgescannt, doch weilt der Blick dieses Lesertyps nur denkbar kurz auf den Stellen, für die er sich nicht zu begeistern können glaubt.

Der textverliebte Leser

Eifrige Leser blicken auf fast jedes Detail einer Seite

Eifrige Leser blicken auf fast jedes Detail einer Seite

Über diesen Lesertyp freut sich jeder Website-Betreiber. Textverliebte Leser sind gekommen, um zu bleiben. Ihre Augen wandern über den gesamten Text. Für sie würde es sich lohnen im Schema auch noch eine weitere Farbe einzuführen, für all die kurzen Augenkontakte, mit denen sie die gesamte Seite erfassen.

Der Augenkontakt des textverliebten Lesers auf der Seite ist zudem kontinuierlich wie eine fließende Bewegung. Sprünge sind selten. Es wird eben von vorne bis hinten gelesen.

Ideale Zeilenlänge: Zwischen 45 und 85 Zeichen

Was alle Lesetypen wiederum eint, sind die Tricks mit denen wir uns das Lesen vereinfachen. Schließlich lesen wir nicht einen Buchstaben nach dem anderen, wie es etwa Leseanfänger tun. Wir alle entwickeln daher Techniken, die es uns ermöglichen, möglichst rasch, den Inhalt einer Seite zu erfassen.

Dazu zählt u.a. dass wir Zeilen und Sätze im Kopf vervollständigen. Unser Gehirn arbeitet beim Lesen mit Annahmen und Vermutungen, die es uns erlauben, über die Zeilen zu springen. Verben lassen sich beispielsweise leicht aus jedem Text ausblenden. Wir – sie wissen schon – den Sinn auch so.

Damit Leser leichter mit ihren Augen über Seiten fliegen können, gilt es auf eine ideale Zeilenlänge zu achten. Mit Leerzeichen sollten es höchstens 85 Zeichen sein, aber auch nicht weniger als 45. Was darunter oder darüber liegt, wird für das Auge unangenehm. Ideal und angenehm zu lesen ist eine Zeile die in der Mitte bei etwa 65 Zeichen liegt.

Zusammenfassung:

Bauen Sie ihre Seite so auf, dass Sie mit ihr auch die unterschiedlichen Lesetypen bedienen. Das gelingt meist schon, wenn sie dabei auf diese Punkte achten:

  • Mit Zwischenüberschriften den Text strukturieren
  • Keywords fetten
  • Zeilenlänge zwischen 45 und 85 Zeichen
  • Den Text durch relevante Bilder auflockern
  • Listen oder Aufzählungen im Text nicht vergessen.

 

 

 

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