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Google Phantom 4 Update

Das Phantom treibt wieder sein Unwesen
Zwei Männer im Wartebereich des Flughafens, einer schläft, der andere reißt die Augen auf, darüber der Spruch:"Das Phantom-4-Update, relaxen oder Panik schieben?"

Ende Juni/Anfang Juli 2016 kam es vermutlich zum Phantom-4-Update. Wie stets schwieg sich der Suchmaschinenkonzern dazu aus. Unbestreibar jedoch ist, dass Google die SERPs mit einem neuen Update zu diesem Zeitpunkt zum Tanz aufforderte. Zuerst in den USA und später dann auch in Europa meldeten SEOs und Messtools heftige Ausschläge in den Rankings. Wie immer schweigt sich Google darüber aus, ob tatsächlich Algorithmus-Änderungen dahinterstecken. Mittlerweile scheint jedoch klar, dass es sich um ein Update handelt. Erneut rückt Google damit die Qualität des Contents in den Fokus und berücksichtigt noch einmal stärker die Absicht der Suchenden als das bislang schon der Fall ist. Das jüngste Update bringt also keine Kehrtwende, sondern bestätigt, verstärkt und beschleunigt Googles erklärtes Ziel, eine semantisch-holistische Suchmaschine zu sein, die immer besser versteht, was Suchende mit ihrer Suchanfrage wirklich meinen und wollen.

Phantom-4-Update Google verschärft seine Qualitätsoffensive

Bereits bei den beiden letzten Phantom-Updates (Mai und Dezember 2015) waren unter den Verlierern Seiten, deren Inhalte von zu geringer Qualität waren. Auch durch das Phantom-4-Update verlieren Seiten mit zu dünnen Inhalten erneut an Sichtbarkeit. Betroffen sind etwa Seiten, auf denen deutlich mehr Werbung zu finden ist als Content. Zudem schmierten FAQ-Seiten und Foren ab, die zu wenig Tiefe aufwiesen. Fragen wurden dort nur unzureichend oder mit mangelnder Seriosität beantwortet.

Foren und Kommentar-Funktionen sollten daher künftig nur in Ausnahmefällen indexiert werden. Und zwar immer nur dann, wenn ein Beitrag auf eine mögliche Suchantwort ein gutes Ergebnis liefert. Niemand sucht nach Quatsch-Antworten und allseits bekanntem Blabla. Google belohnt dagegen Seitenbetreiber, die es schaffen, die Kompetenz ihrer User gewinnbringend für andere in Stellung zu bringen.

Glen Gabe nennt in seiner Analyse des Phantom-4-Updates das Beispiel eines Onlineshops, der vom Update durch die gezielte Setzung von rel next/prev Markups bzw. dem rel=“cannoical“-Link profitierte. Mithilfe dieser Steuerungselemente können Webmaster, Google Hinweise darauf geben, dass bestimmte Seiten als logische Abfolge zu behandeln sind. Da gerade Produktseiten häufig mit Seitennummerierungen arbeiten, können durch die Steuerungselemente wertvolle User-Kommentare einer ganzen Produktgruppe oder Kategorie zugutekommen.

Das Update straft Seiten ab, die die Suchabsicht nicht treffen

Das Phantom-4-Update fällt nahezu zeitgleich mit der Nachricht von Google zusammen, dass der RankBrain mittlerweile an jeder Suchanfrage und damit auch an jeder Suchergebnisseite (SERP) beteiligt sei. RankBrain ist eine selbstlernende, künstliche Intelligenz, die u.a. Vermutungen darüber anstellt, mit welcher Intention eine Suchanfrage gestellt wird. Eine der Hauptaufgaben des RankBrain war anfangs, sinnvolle Ergebnisse für erstmalig gestellte Suchanfragen zu liefern, was er aus dem Stand in 85% aller Fälle schaffte.

Dafür analysiert der RankBrain nicht nur die Suchanfragen, sondern auch den Inhalt von Webseiten sowie das Nutzungsverhalten von Usern, die auf diese Seiten geführt werden. RankBrain erfasst den Wert von Seiten für User dadurch quasi mehrdimensional und in viel größerer Tiefe als Google das früher konnte. War früher Google vor allem auf Empfehlungen durch Backlinks angewiesen, kommt nun ein semantisches Verständnis von Webangeboten hinzu. Dieses neue Verständnis von Webangeboten findet im Phantom-4-Update offenbar seine Fortschreibung.

Während Portale mit vielen Mischangeboten (wie etwa das Vergleichsportal idealo) verloren, gewannen Seiten an Sichtbarkeit, auf denen die User unmittelbar finden, was sie suchen. Tendenziell gehörten Produkt- und Spezial-Seiten also auch diesmal wieder zu den Lieblingen von Google und wurden entsprechend häufig mit Top-Rankings belohnt. Google bleibt damit bei seiner Linie, User möglichst auf Seiten zu führen, auf denen sie sich nicht erst noch weiterklicken müssen, um die Information oder Transaktion zu finden, nach der sie suchen.

Phantom-4-Update straft mangelhafte User Experience ab

Vom Phantom-4-Update ebenfalls betroffen sind Seiten, deren User Experience eher negativ als positiv ausfällt. Auch hier dürften sich die Erfahrungen des RankBrain wiederfinden. Denn offenbar analysiert Google die User Experience nicht mehr nur anhand von User Signals wie Absprungrate oder Aufenthaltsdauer, sondern bezieht dafür auch das Content-Angebot mit ein.

Searchmetrics nennt das Beispiel von Rezeptseiten, die an Sichtbarkeit verloren, weil sie im Vergleich zur Konkurrenz einfach nicht so tief ins Thema einstiegen. Während Konkurrenten etwa auch Bilder zur Zubereitung der Rezepte und sogar Weintipps zum Essen gaben, fehlten solche Inhalte auf den jetzt schlechter gerankten Seiten. Kurz gesagt: Google sucht nach relevanten Seiten, die eine Suchanfrage jeweils möglichst umfassend beantworten.

Phantom-4-Update straft Domains mit zu vielen 404-Fehlern ab

Unter den Verlierern des Updates waren zudem auffallend häufig Domain mit zu vielen 404-Fehlern. Es lohnt sich daher, dies regelmäßig in der Search Console zu checken. Achten Sie darauf, dass der korrekte 404-Status vom Server zurückgegeben wird. So erkennen die Google-Bots schnell und eindeutig, dass die URL nicht mehr verfügbar ist.

Was ist nach dem Phantom-4-Update zu tun?

Wer viele 404-Fehler oder zu viel Werbung auf seiner Seite hat, muss nicht lange überlegen. Die Fehler sollten beseitigt, die Zahl der Werbe-Anzeigen reduziert werden. Für alle anderen gilt, sich konsequent einmal die Seiten anzusehen, auf denen User überproportional häufig schnell abspringen. Dies werden aller Voraussicht nach Seiten sein, die zwar Keywords bedienen, jedoch auf eine Weise, die nicht den Erwartungen von Usern entsprechen. Einmal mehr lautet daher auch nach dem jüngsten Google-Update das Fazit, sich verstärkt auf die User-Absicht einzustellen.

Damit Seiten auch mittel- und langfristig bei Google zünden, benötigen Sie Content, der sich mit der Suchabsicht deckt. Das Content-Marketing darf sich daher nicht mehr darauf beschränken, einfach nur lange Texte mit optimaler Keyword-Dichte anzubieten. Auch kürzere Texte können greifen, vorausgesetzt sie werden klug flankiert mit Bildern oder Videos, aus denen User die Informationen ziehen können, die sie suchen. Für SEOs und Webseitenbetreiber hat das den Nachtteil, dass die einfachen Rezepte, die in der Vergangenheit verlässlich als Rankingbooster taugten, nicht mehr mit der gleichen Verlässlichkeit zum Erfolg führen werden. Gefragt sind dagegen individuelle Strategien und Konzepte, durch die sich Webseiten von der Konkurrenz abheben können.

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