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Google strafte 2017 millionenfach Webseiten ab

SEO-News der Kalenderwoche 24-2018
Lesedauer: 4 Minuten

Um diese Themen geht es in unserer SEO-Wochenrückschau diesmal: Googles Kampf gegen Search-Spam und Spammy-Websites / Klarstellungen über die Mobile-First-Indexierung / die Frage, ob es eine Rolle fürs Ranking spielt, wo im Title das Keyword steht / ob Ratings Rankingssignale sind / warum Bilder für SEO immer wichtiger werden / was ein Blog haben muss, damit er für Rankings sorgt.

Google hat 2017 millionenfach Penalties verhängt und Webmaster abgemahnt

Googles Suchmaschine lebt davon, Usern möglichst immer relevanten Content zu Suchanfragen zu liefern. Um das zu gewährleisten, fahnden die Algorithmen nicht nur nach den jeweils besten Suchergebenissen, sie identifizieren auch Seiten, die mit Tricks den Anschein erwecken wollen, sie seien für bestimmte Suchanfragen (Keywords) relevant.

Google nennt solche Seiten Search-Spam und zieht damit ganz bewusst eine Analogie zum bekannten Mail-Spam. Ohne Spam-Filter wären unsere E-Mail-Postfächer kaum zu gebrauchen. Es würde viel zu lange dauern, die wichtigen E-Mails von den Spam-Mails zu unterscheiden. Neben dem Search-Spam, der gegen Google-Richtlinien verstößt, bekämpft Google auch Spammy-Pages. Gemeint sind damit beispielsweise Fake-Shops, Seiten, die zu Abo-Fallen führen oder gehackte Seiten zur Verbreitung von Malware und ähnliches.

Mithilfe eigener Systeme sowie durch die Zusammenarbeit mit Website-Betreibern, setzt Google viel daran, das Web gesund zu halten. Wie Google jetzt auf dem hauseigenen Blog bekannt gab, wurden 2017 über 45 Millionen Website-Betreiber abgemahnt bzw. auf mögliche Probleme auf ihren Websites hingewiesen. Rund 6 Millionen Webmaster erhielten 2017 eine Penalty, wurden also konkret aufgefordert, bestimmte Dinge auf der Website zu ändern. Im schlimmsten Fall führt eine solche Penalty zum Ausschluss von Domains aus den Rankings.

Im Blogbeitrag bittet Google darum, sich weiterhin an das Unternehmen zu wenden, wenn User auf Search-Spam oder Spammy-Pages stoßen.

Google schafft Klarheit über Mobile-First-Indexierung

Mobile Seiten behandelt Google mittlerweile vorrangig gegenüber Desktop-Seiten. Das ist, kurz gesagt, das Programm der Mobile-First-Indexierung, die Google seit März/April 2018 ausrollt. Die Indexierung von Seiten erfolgt unmittelbar nach dem Crawlen (grob gesagt: dem „Scannen“) von Webseiten.

Mit der Indexierung weist Google den gecrawlten Seiten jeweils Bedeutungen zu. Passen die Bedeutungen einer Seite (X) mit denen einer Suchanfrage (Y) zusammen, kommt die Seite (X) als Ergebnis der Suchanfrage (Y) zumindest schon einmal in Frage. Die Indexierung ist also ein zentraler Baustein der Suchmaschine. Entsprechend bedeutsam ist der Switch der Priorisierung von Desktop auf Mobile für das Ranking von Seiten.

Das es in den letzten Monaten in Beiträgen eine gewisse Verwirrung über die Implikationen und Folgen der Mobile-First-Indexierung gab, hat Google nun per Twitter einige Missverständnisse zurechtgerückt:

  • Angezeigte URLs auf der Suchergebnisseite: Gibt es bei einer Seite eine Mobile- UND eine Desktop-Version, indiziert Google zwar immer die Mobile-Version, verweist auf Desktop-Geräten jedoch immer auf die Desktop-Version
  • Anzahl der Crawlings: Google wird Seiten künftig weder häufiger noch seltener als vor der Umstellung auf die Mobile-First-Indexierung crawlen. Lediglich bei der Umstellung auf die Mobile-First-Indexierung werden Seiten vorrübergehend öfter gecrawlt
  • Im Cache gespeicherte Seiten: Derzeit zeigt Google für einige (bereits als Mobile-First indexierte) Seiten keine Cache-Version an. Das ist keine Absicht, sondern ein Bug, an dessen Beseitigung Google arbeitet
  • Page Speed und Mobile-First: Im Juli 2018 rollt Google sein „Speed Update“ aus. Die Geschwindigkeit, mit der Mobile-Seiten geladen werden, wird damit zwar zum Rankingfaktor. Dieses Update hat aber nichts mit der Mobile-Indexierung zu tun.
  • Design (1): „Akkordeons“ (Aufklappmenüs) und „Hamburger-Menüs“ (drei Querstreifen als Symbol für dahinterliegende Menüs) sind auf mobilen Webseiten aus Sicht von Google gute Lösungen
  • Design (2): Für die Mobile-First-Indexierung spielt es keine Rolle, wie die Seite designt ist, ob als externe Mobile-Seite, als Responsive Design oder gar nur für Desktop-Geräte. Den Umstieg auf mobilefreundliche Designs empfiehlt Google zugleich allerdings auch
  • Der Mobile-Index selbst ist kein Rankingfaktor: Mobile-Freundlichkeit ist es dagegen schon

Vermischte Meldungen

Wo das Keyword im Title steht, spielt keine Rolle fürs Ranking

Diese Klarstellung lieferte Google-Sprecher John Mueller in dieser Woche in einem Tweet. Er schrieb: „If you’re swapping the order of keywords in a title, I wouldn’t expect that to have an effect on ranking.“ („Wenn Du die Reihenfolge von Keywords in einem Titel vertauschst, würde ich nicht erwarten, dass sich das auf das Ranking auswirkt.“) Allerdings schränkt Mueller ein, dass es durchaus sinnvoll sein kann, auszuprobieren, ob ein Vertauschen der Wortstellung dazu führt, dass ein Title besser „funktioniert“, also mehr Klicks hervorruft. Solche Tests könnten in Anzeigen oder den sozialen Medien vorgenommen werden.

Ratings sind keine Rakingsignale – Ausnahme: Local SEO

Google nutzt Ratings und Umfragen zu Seiten nicht für die Seitenempfehlungen auf den Suchergebnisseiten. Das verriet John Mueller nun in einem Hangout. Einer der wichtigsten Gründe dafür sei, dass Google meist nicht wisse, wie die Bewertung zu gewichten sei, da es zu viele unterschiedliche Bewertungssysteme gäbe (z. B. 5 Sterne, 3 Pokale etc.). Für Local SEO läge der Fall anders. Die Bewertungen dort kann Google klar einordnen, daher fließen sie auch in die Rankings mit ein.

Visual Search

Die gute alte Suche mit einem Keyword bekommt Konkurrenz – die Visual Search: Apps wie Google Lens ermöglichen es, mit der Handykamera Objekte zu scannen und nach Informationen oder Online-Shops mit entsprechenden Angeboten zu suchen. Künftig werden sich Webmaster und SEOs daher auch vermehrt auf Bilder konzentrieren müssen, um auch Suchanfragen zu bedienen, die ausschließlich über Bilder gemacht werden. Was dabei wichtig wird, hat Jes. Scholz im Blog von MOZ aufgeschrieben.

Blogtexte garantieren nicht automatisch hohe Rankings

Blogs gehören mittlerweile ganz selbstverständlich zur Content-Strategie vieler Seiten. Das Problem: Blogtexte garantieren nur selten hohe Rankings – das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Sistrix-Studie. Der wichtigste Grund dafür ist, dass Blogtexte Themen häufig so zugespitzt behandeln, dass sie kaum noch konkreten Suchanfragen bzw. Keywords zugeordnet werden können.

Es lohnt sich allerdings, die Studie nicht zu verallgemeinern. Das gibt auch Sistrix zu und nennt Beispiele von Blogtexten, die sehr gute Rankings erzielen. Letztlich nutzt Sistrix die Studie dazu, auf das hauseigene Konzept der High-Performance-Content-Formate (HPC-Formate) hinzuweisen. Gemeint sind damit Content-Formate, die überdurchschnittlich viele Top-10-Rankings erreichen (mit über 20 Prozent der Keywords). Solche HPC-Formate sind sowohl inhaltlich als auch technisch optimiert. Ergo: Wer einfach nur drauflosschreibt, wird mit Blogtexten kaum seine Rankings verbessern. Auch Blogtexte müssen gut durchdacht und analytisch geplant werden.

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