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Will Google Links abschaffen?

SEO-News der Kalenderwoche 16 2018
Lesedauer: 3 Minuten
Aktuelle SEO News vom seo-nerd

Aktuelle SEO News vom seo-nerd

In dieser Woche ist aus SEO-Sicht nichts wirklich Weltbewegendes passiert. Wir nutzen die Gelegenheit, um auf eine Studie sowie einen Artikel hinzuweisen, die nützliche Tipps für die Suchmaschinenoptimierung bieten.

Wie lang dürfen Meta-Title und Meta-Description sein?

Felix Meyer von Seokratie hat nachgemessen und auch gleich nachgeschaut, welche Snippet-Tools die besten Ergebnisse liefern. Google selbst bietet ja kein Tool an, in das man Title und Description eintragen könnte und dann die optimale Länge angezeigt bekäme. Das hat einen einfachen Grund: Google will sich bei der Länge von Title und Description alle Türen offenhalten.

Eine falsche Länge von Title und Description ist daher auch kein direktes Rankingsignal. Im Prinzip könnte man also auch einen sehr langen Title schreiben: In seiner vollen Pracht würde ihn jedoch kein User je zu Gesicht bekommen. Schließlich ist der Platz auf der Suchergebnisseite (SERP) begrenzt. Google schneidet daher zu lange Title einfach ab. Am Ende sind dann meist nur drei Punkte zu sehen. Das sieht nicht nur unschön aus, es animiert auch meist nicht zum Klicken und wirkt unseriös. Indirekt ist die Länge von Title und Description deshalb doch ein Rankingsignal.

Bei den Descriptions ist Google ohnehin der Meinung, es wisse am besten, was User dort gerne lesen würden. In knapp 60% der Fälle zieht Google sich aus dem Content den Text für die Description selbst. So kann es jeweils auf den eingegebenen Suchbegriff sowie des individuellen Suchverlaufs reagieren. Dennoch sollte niemand auf die Eingabe einer Description verzichten: Sie liefert Google wichtige Hinweise darauf, worauf die jeweilige Seite abzielt.

Title und Description werden mobil anders dargestellt als am Desktop

Daher ist es gar nicht so einfach, generelle Empfehlungen für deren Länge zu geben. Die Studie von Seokratie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Title maximal 569 Pixel bzw. 65 Zeichen lang sein sollte. Da bei Mobile der Title auch in eine zweite Zeile umgebrochen wird, sollte Dein Title mindestens 40 Zeichen oder rund 330 Pixel lang sein. So verschaffst Du Deiner Seite mehr Aufmerksamkeit in der SERP.

Eine Description sollte mindestens 100 Zeichen und maximal rund 290 Zeichen lang sein. Ob die volle Description angezeigt wird, entscheidet Google immer von Fall zu Fall. Es empfiehlt sich, in der Description das Wichtigste immer an den Anfang zu stellen. Am Ende sollte eher eine Aufforderung zum Besuch der Seite oder ein Call-to-action stehen. Wird das nicht angezeigt, wissen User dennoch, was sie auf der Seite erwarten dürfen.

Laut Studie war das Tool von Screaming Frog am verlässlichsten. Das Tool muss allerdings erst heruntergeladen werden. Wer nur eben mal schnell nach der richtigen Länge sehen will, kann auch das Tool von Torben Leuschner aufsuchen. Das warnt Dich zwar nicht, wenn Dein Title bzw. Deine Description zu lang werden, Du weißt jedoch jetzt, wie lang diese jeweils sein dürfen bzw. sein sollten.

Will sich Google endgültig unabhängig von Links machen?

Dieser Verdacht liegt nahe, wenn man sich ein neues Patent ansieht. Diesem Patent zufolge arbeitet Google daran, Dinge, Personen und Orte besser kennenzulernen. Der Schlüsselbegriff dafür ist „Entitäten“. Darunter versteht die Semantik eindeutig wiedererkennbare Begriffe mit jeweils charakteristischen Eigenschaften. Die Antwort auf die Frage, wie solche Entitäten für eine Suchmaschine genutzt werden können, hat sich Google patentieren lassen.

Im Kern läuft dieses Patent auf eine riesige Datenbank semantischer Entitäten hinaus, in der die Beziehungen zwischen den Entitäten festgehalten sind. Google löst sich damit weiter von der Abhängigkeit von Backlinks. Denn bei jeder Suchabfrage kann Google nun in dieser Datenbank nachsehen, welche Begriffe semantisch zum eingebebenen Suchbegriff gehören. Die Namen Barack Obama, George Bush und Bill Clinton tauchen beispielsweise häufig auf Seiten auf, die das Thema „US-Präsident“ zumindest streifen. Google erkennt diese Beziehungen und kann daher auch auf Seiten verweisen, in denen zwar die genannten Einzelnamen vorkommen, nicht aber der Begriff „US-Präsident“.

Das alles ist nicht ganz neu, reiht sich jedoch nahtlos ein in den holistisch-semantischen Umbau der Suchmaschine. Das Patent und die Entitäten-Datenbank verfeinern und komplettieren Googles Verständnis von Begriffen. So dürfte etwa Ronald Reagan weit häufiger als „US-Präsident“ genannt werden denn als Schauspieler. Obwohl Reagan viel länger Schauspieler war, „weiß“ Google, dass der Term „Ronald Reagan“ fast immer auf den Term „US-Präsident“ zielt.

Für das Online-Marketing ist das enorm wichtig. Denn auf diese Weise kann Google Seiten inhaltlich besser gewichten. Wird nach „Ronald Reagan“ gefragt, wird es daher Seiten vorziehen, die auch etwas über das Thema „US-Präsident“ zu sagen haben. Mit anderen Worten: Google ist nicht mehr auf Links angewiesen, um Beziehungen zwischen Begriffen und Themen herzustellen. Es besitzt eine Datenbank, in der die Beziehungen zwischen den Worten (besser gesagt „Entitäten“) abgelegt sind und abgerufen werden können. Das Ganze ist wie eine Art Entitäten-PageRank – nur wesentlich leistungsfähiger. Da es sich lediglich um ein Patent handelt, solltest Du jedoch unbedingt weiter am Linkprofil Deiner Seiten arbeiten.

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