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Der Kern des Google-Algorithmus

Was den Kern von Google ausmacht
Der Panda gehört jetzt zum Kern des Google-Algorithmus - zu sehen: ein Panda in einem Kreis von Zahlen

Wer sich mit Suchmaschinenoptimierung beschäftigt, stößt gelegentlich auf den Begriff „Core“. Er bezieht sich auf den Kern des Google-Algorithmus. Erst kürzlich wurde bekannt das der Panda jetzt Teil dieses Cores ist. Was damit gemeint ist? Lest selbst.

Laut Andrey Lipattsev, bei Google für die strategische Ausrichtung der Suchmaschine zuständig, gehören zum Core des Google-Algorithmus all jene Teile der „Algorithmus-Familie“, die sich als stabil und beständig erwiesen haben. Getreu dem Motto „never touch a running system“ werden Core-Bestandteile nur selten angefasst und erneuert. Google vertraut also darauf, dass sie funktionieren. Das sei zum Beispiel beim PageRank der Fall.

Der PageRank ist ein Maß, mit dem Google über die Anzahl und Qualität von Verlinkungen (Backlinks) auf eine Seite den Wert dieser verlinkten Seite für Suchanfragen erfasst. In den Anfangsjahren waren diese Backlinks Googles wichtigstes Instrument, um qualitativ hochwertige Seiten im Netz überhaupt erst zu erkennen. Da Backlinks jedoch künstlich generiert werden können, ist der PageRank mittlerweile zwar noch immer eine bewährte Größe im Ranking-Algorithmus, jedoch eine, deren Bedeutung Google durch Zuwachs in der Algorithmus-Familie zurückgedrängt hat. Die Aussagen werden seither gewissenmaßen erst mit weiteren Prüffaktoren abgeglichen, ehe sie in einem Suchergebnis zum Tragen kommen.

Um den Missbrauch von Backlinks zurückzudrängen, führte Google u.a. im April 2012 das erste Penguin Update durch. Seiten mit auffällig unnatürlichem Backlinkprofil wurden von Google nun bestraft und verschwanden aus den Suchergebnisseiten. In unregelmäßigen Abständen updatet Google seither Penguin. Das bislang letzte Update, Penguin 3.0, wurde im Oktober 2014 ausgespielt (aus genau diesem Grund gilt das anstehende, nächste Penguin-Update als überfällig).

Der Panda ist Teil des Core Google-Algorithmus. Was bedeutet das?

Auch das Panda-Update von 2011 war zunächst nur ein Update, das sozusagen wie ein Filter auf die Suchergebnisse des Google-Algorithmus gesetzt wurde. Dieser Filter erfasste Seiten, die nach Meinung von Google von minderer Qualität waren und nur wenig Inhalte zu bieten hatten. Konkret ging Google damals gegen „Content-Farmen“ vor. Deren Sinn und Zweck bestand einzig und allein darin, mit lediglich Keyword-optimierten Texten (ohne wirklichen Mehrwert) User anzulocken, um sie dann über Affiliate- oder Werbelinks auf Shop- oder Dienstleistungsseiten weiterzuleiten.

Für Webseitenbetreiber und SEOs, die bei der OnPage Optimierung bereits auf hochwertige Inhalte setzen, hat es im Grunde keine Auswirkung, dass Panda jetzt Teil des Kern-Algorithmus ist. Sowohl Andrey Lipattsev als auch Gary Illyes (bekannt durch Google Hangouts zu SEO-Fragen) verdeutlichten das mit einem Bild aus der Automobilgeschichte: In den Anfangsjahren des Autos konnten Autofahrer den Motor nur starten, indem sie aus dem Auto stiegen und den Motor mithilfe einer Kurbel zum Laufen brachten. Mittlerweile ist die Zündung im Wagen integriert. Der Fahrer muss sich keine Gedanken mehr darübermachen, wie er das Auto zum Laufen bringt. Er kann sich darauf verlassen, dass es läuft, sobald er den Schlüssel umdreht oder den Starter betätigt.

Dass Panda zum Kern des Suchalgorithmus gehört, bedeutet also letztlich nur, dass der Filter nun permanent anspringt, Seiten müssen also dauerhaft inhaltlich so gestaltet sein, dass sie mit Unique Content Usern einen Mehrwert bieten, um ranken zu können.

Von den jüngsten Core-Änderungen profitiert aktueller, holistischer Inhalt

Searchmetrics kommt bei der Analyse der Gewinner und Verlierer der jüngsten Updates zu dem Schluss, dass vor allem Seiten gewonnen haben, die möglichst umfassend zu einem aktuellen Thema informieren. So konnte in den USA etwa ein Artikel auf gq.com über den NFL-Star Tom Brady den größten Zuwachs an Sichtbarkeit verzeichnen. Der Artikel umfasst stolze 3000 Wörter, enthält zahlreiche Bilder, Videos und zusätzliche Links. Zudem ist er so geschrieben, dass er alle wichtigen Sub-Themen zu Tom Brady (NFL, Patriots, Football etc.) ausreichend mitbehandelt.

Dass der Artikel so stark gewinnen konnte, führt Searchmetrics nicht zuletzt aber auch auf die Aktualität des Artikels zur Superbowl-Saison zurück. Google registriert schließlich nicht nur das Suchvolumen eines Keywords, sondern beobachtet über die User Signals auch, welche Seiten aktuell bei Usern gefragter sind als andere und rankt diese in der Folge dann auch höher. Aus diesem Grund hätten Anfang des Jahres Marken an Sichtbarkeit verloren, während Publisher mit aktuellen Inhalten gewinnen konnten, sprich: die Nachfrage nach News war zuletzt höher als die Nachfrage nach eher grundsätzlicheren Infos wie sie sich auf Markenrepräsentanzen finden.

Den Google-Algorithmus mit Minimal-Content zu hohen Rankings verführen

Obwohl Panda jetzt fester Bestandteil des Google-Algorithmus ist und damit Seiten mit dünnem Inhalt eigentlich nicht zu den Gewinnern zählen dürfen, gibt es doch ein paar Seiten, denen genau das gelungen ist. Dazu gehört beispielsweise die Seite brainpop.com. Dort finden User einfache Lernspiele, etwa zur Kommasetzung oder zur Groß- und Kleinschreibung. Inhaltlich ist die Seite denkbar dünn und dürfte deshalb eigentlich nicht hoch ranken.

Die Seite ist jedoch stark bei den User Signals. Sie rankt zwar nur mit wenigen Keywords, besticht jedoch durch eine niedrige Bounce-Rate von nur 20% und vor allem mit einer Verweildauer der User von mehr als 8 Minuten. Die Seite erfüllt aus Google-Sicht daher schlicht Erwartungen von Usern und darf daher auch weit oben ranken. Wer keine Lust hat, auf seiner Seite lange Texte anzubieten, kann sich also auch ein Spiel ausdenken. Es sollte dann aber auch funktionieren und User nicht nur anlocken, sondern auch zum Spielen animieren.

Die auch vom seo-nerd schon oft vertretene Meinung, dass SEO Texte stets eine gewisse Mindestmenge an Worten aufweisen sollten (350 oder mehr), erhält damit zumindest einige Kratzer. Fürs Ranking immer wichtiger wird die Absicht der Suchanfrage (das ergibt sich übrigens auch aus den Google Guidelines). Wer nur eine kurze Antwort sucht, wird mit einem langen Text nichts anzufangen wissen. Es sei denn natürlich der Text ist so strukturiert, dass er die Antwort auf die Frage schnell und übersichtlich präsentiert (etwa in einer Infobox oder in einer Überschrift).

Lange, gut strukturierte und durchdachte Texte (mit holistischem Inhalt) bleiben dennoch im Vorteil, da sie zu wesentlich mehr Keywords und Keyword-Phrasen ranken können. Aus diesem Grund bleibt der seo-nerd bei seiner grundsätzlichen Haltung, dass zu einer guten OnPage-Optimierung auch SEO-gerecht geschriebene Texte gehören. Bei der Länge der Texte sollte sich jeder zumindest an dem orientieren, was die Konkurrenz bietet – und das sind sogar häufig wesentlich mehr als nur 350 Wörter.

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