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Google Ad Grants – 10.000$ geschenkt

Lesedauer: 3 Minuten

Wer im Internet auf sich aufmerksam machen will, kommt an Google nicht vorbei. Mit dieser Markt beherrschenden Stellung, verdient Google gutes Geld. Um die damit verbundene Kritik etwas abzumildern, hat der Suchmaschinenkonzern das Programm Google Ad Grants ins Leben gerufen. Es ermöglicht gemeinnützigen Organisationen, kostenfreie AdWords-Kampagnen zu schalten. Wie das geht, und warum das gar nicht so selbstlos ist, wie sich es sich zunächst anhört, erläutert der Nerd aus seiner Berliner SEO Agentur im Folgenden.

Prinzipiell steht „Google Ad Grants“ Organisationen zur Verfügung, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgen. In der Regel sollten sie die Rechtsform eines Vereins oder einer Stiftung haben. Zwingend vorgeschrieben für Deutschland ist zudem die Registrierung bei Stifter-helfen.de. Einige Arten von Non-Profitorganisationen sind explizit von Google Ad Grants ausgeschlossen: Staatliche Institutionen und Organisationen, Krankenhäuser und medizinische Gruppen sowie Bildungseinrichtungen. Die Teilnahme muss jeweils einzeln beantragt werden. Laut Eigenaussage von Google soll die Prüfung der Voraussetzungen für Google Ad Grants nicht länger als 2 Tage in Anspruch nehmen.

Wer angenommen wird, darf sich über einen Zuschuss von 10.000$ freuen – daher auch der Name des Programms, Grant bedeutet „Zuschuss, Subvention, Zuwendung“. Cash oder aufs Konto gibt es diese Summe allerdings nicht. Die 10.000$ stehen als Budget zur Verfügung, mit denen SEA-Kampagnen in Form von AdWords-Anzeigen auf Suchergebnisseiten von Google geschaltet werden können. Diese Anzeigen sind an Keywords gebunden. Sucht jemand beispielsweise nach „Spenden Erdbeben“, könnte mit einer entsprechend ausgerichteten AdWords-Kampagne eine Hilfsorganisation auf sich aufmerksam machen.

Test-Beispiel einer durch Google Ad Grants erstellten Anzeige.

So könnte eine durch Google Ad Grants ermöglichte Anzeige aussehen.

Sympathisanten, Mitglieder oder Spender werben durch SEA mit „Google Ad Grants“

Auch gemeinnützige Organisationen haben Zielgruppen, die sie im Internet durch Google Ad Grants ansprechen können. Erlaubt sind innerhalb des Programms allerdings nur Keyword-bezogene SEA-Kampagnen, die ausschließlich in den SERPs angezeigt werden. Zudem werden durch das Programm lediglich Textanzeigen abgedeckt.

Wie häufig eine Adwords-Anzeige auf den Suchergebnisseiten auftaucht hängt von zwei Faktoren ab. Einerseits vom sogenannten CPC-Preis, dem Cost-Per-Click-Preis, den der Werbetreibende bereit ist zu zahlen, sobald eine Anzeige angeklickt wird. Dieser CPC-Preis ist bei Google Ad Grants auf 2$ beschränkt. Das ist nicht wirklich üppig. Häufig gesuchte Keywords bringen es gern auf einen fünf- bis zehnfach höheren CPC-Preis. Allerdings bewegen sich viele der Keywords, die für Hilfs- und ähnliche Organisationen relevant sind, auf einem niedrigeren Niveau.

Der zweite Faktor ist die Qualität der Anzeige. Wird sie häufig angeklickt, weil sie Interesse weckt, wird sie auch öfter ausgespielt und kann so auch Werbetreibende mit höherem Budget ausstechen. Im Rahmen von Google Ad Grants dürfen die Anzeigentexte naturgemäß keine kommerziellen Zwecke verfolgen, sondern müssen die Werte und Ziele der teilnehmenden gemeinnützigen Organisation widerspiegeln.

Wie der Konzern aus Mountainview, zufällig, durch Google Ad Grants profitiert

Das Programm klingt nach Selbstlosigkeit, zumindest wenn man es aus Sicht einer gemeinnützigen Organisation betrachtet. Außer Frage steht jedoch auch, dass Google Ad Grants zu einem erhöhten Wettbewerbsdruck auf Unternehmen und nicht passenden Organisationen führt. Das Volumen der AdWords-Treibenden insgesamt wird erhöht. Es gibt mehr Anzeigen, zudem werden mehr Keywords beworben, was sich positiv auf die Akzeptanz von AdWords-Anzeigen auswirkt, zumal Werbung für gemeinnützige Ziele ohnehin das Wohlwollen für diese Art von Textanzeigen steigern dürfte.

Da manchen Non-Profit-Organisationen der zur Verfügung gestellte CPC-Preis von 2$ nicht genügt, werden viele von ihnen, sich zusätzlich um „normale“, also bezahlte AdWords-Kampagnen bemühen. So gesehen ist Google Ad Grants für den Suchmaschinenkonzern auch ein nettes Tool zur Kunden-Akquise.

Wünschenswert wäre, wenn Google gemeinnützigen Organisationen auch die Möglichkeit einräumen würde, im Display-Netzwerk von AdWords (Google Display Network, abgekürzt auch GDN) zu werben. Das GDN umfasst mehrere Millionen Seiten, die Werbeflächen zur Verfügung stellen. Da viele gemeinnützige Organisationen mit Keywords operieren, die nur selten gesucht werden, wären Werbeflächen im GDN innerhalb des Google Grant Programms eine Chance für sie, Menschen zu erreichen, die nicht gezielt nach ihnen suchen, sich aber durchaus für sie interessieren könnten.

Diese Kritikpunkte sollten allerdings niemanden davon abhalten, Google Ad Grants zu nutzen. Sind die Teilnahmebedingungen an dem Programm erfüllt, ergeben sich in jedem Fall Vorteile gegenüber anderen und besser situierten Mitbewerbern sowie Einrichtungen. Die Aufmerksamkeit für die eigene gute Sache kann in jedem Fall gesteigert werden.

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