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Absolute oder relative URLs? Was ist besser?

SEO News der Kalenderwoche 27-2018
Lesedauer: 3 Minuten

In einigen Foren wird derzeit gemunkelt, es könnte dieser Tage ein neues Google-Update anstehen. Da es dazu noch nichts Verlässliches zu vermelden gibt, belassen wir es bei dieser vagen Ankündigung und halten uns an eine SEO-News dieser Woche, die eine Frage beantwortet, die Du Dir vielleicht auch schon gestellt hast: Solltest Du eher absolute oder relative URLs verwenden?

Für SEO spielt es keine Rolle, ob man absolute oder relative URLs verwendet

Wer sich auskennt, wird sich jetzt vermutlich fragen: Woher hat der seo-nerd das? Antwort: aus einem Tweet von John Müller, Googles Ansprechpartner für Webmaster (bzw. einem Artikel von Christian Kunz, der diesen Tweet verfolgt und dessen Bedeutung eingeordnet hat).
Absolute oder relative URL – was ist besser. Tweet von John Müller

Wer sich noch nicht so viel mit SEO und dem Gestalten von Webseiten beschäftigt hat, wird vermutlich zuerst wissen wollen, was absolute und relative URLs überhaupt sind. Der Unterschied bezieht sich auf die Form von internen Links. Du hast grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten:

  1. Absolute URL: Du gibst sowohl das Protokoll, die Domainadresse und den Pfad des jeweiligen Verzeichnisses sowie natürlich den URL-Namen der Seite an, also zum Beispiel: https://(www.)domainadresse.de/kategorie/seite.html
  2. Relative URL: Sie beginnen immer mit einem Schrägstrich (Slash). Du gibst also lediglich den Pfad zur Kategorie und der Seite an, Beispiel: /kategorie/seite.html (relativ zum Webserver). Sofern die Seite keiner Kategorie zugeordnet ist, genügt natürlich auch /seite.html (relativ zum Dokument)

Wie eingangs erwähnt, spielt es laut John Müller für Google keine Rolle, welche Form der internen Verlinkung Du wählst. Das leuchtet insofern ein, als Google ohnehin bei internen Links immer untersucht, in welchem Kontext sie auftauchen. Die Zuordnung zur Domain ist also für das Verständnis des Links nicht notwendig.

Obwohl Du beide Methoden aus SEO-Sicht verwenden kannst, solltest Du Dir dennoch überlegen, welche Du wählst. Denn sowohl die absolute URL als auch die relative URL bringt neben Vorteilen auch Nachteile.

Die Vorteile relativer URLs

  • Die Ladezeit ist bei der relativen URL etwas schneller. Dieses „etwas“ fällt allerdings so minimal aus, dass es fürs Ranking nicht weiter von Bedeutung ist
  • Relative Links lassen sich schnell und leicht programmieren
  • Wenn Du mit Deinem Content umziehst, diesen verschiebst oder für Tests auf einen anderen Server stellst, geht das mit relativen Links schnell und unkompliziert

Nachteile relativer URLs

  • Contentdieben (Scrapern) wird es mit relativen URLs extrem leichtgemacht. Sie können die komplette Seite einfach kopieren und müssen nicht einmal die internen Links umschreiben, da die Domain nicht genannt wurde
  • Relative Links fördern häufig das Entstehen von Duplicate Content. Werden Seiten verschoben führen die relativen Links gerne mal ins Leere, da die Relation zur höheren Ebene nicht mehr hergestellt werden kann
  • Ein ähnliches Problem mit dem relativen Bezug haben häufig auch die Crawler der Suchmaschinen. Werden sie immer nur von einer relativen URL zur anderen geführt, gelangen Sie unter Umständen nie zur vollständigen Standardversion der Domain. Im schlimmsten Fall crawlt und indexiert die Suchmaschine möglicherweise dann sogar Seiten, die sich doppeln (etwa eine https- und eine http-Version). Relative Links bergen also immer auch die Gefahr, wertvolles Crawlbudget zu verschenken. Möglicherweise werden dann unwichtige Seiten indexiert, während andere, wichtige Seiten keine Chance mehr auf Rankings erhalten

Vor- und Nachteile von absoluten URLs

Der Link zeigt bei der Verwendung von absoluten URLs immer auf die richtige URL. Der Content ist dadurch besser vor Diebstahl geschützt. Kopiert jemand den Inhalt einfach 1:1, verweisen zumindest die internen Links noch immer auf Deine Domain. Die oben beschriebenen Nachteile der relativen URLs werden durch absolute URLs vermieden.

Nachteile von absoluten URLs sind, dass sie sich nicht dazu eignen, um Deine Seite auf einem lokalen oder anderen Server zu testen. Solltest Du gar einen Umzug planen, ist der Aufwand dadurch wesentlich höher.

Fazit

Für welche Variante Du Dich entscheidest, sollte immer von Deinen Bedürfnissen abhängen. Wenn Du viel testest oder weißt, dass Du die Inhalte noch oft migrieren willst, sind relative URLs sicher eine gute Wahl. In puncto Sicherheit sind die absoluten URLs jedoch nicht zu schlagen.

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